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In diesen Grundschulen hat die Zukunft des Lernens schon begonnen

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Von: Volker Griese

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Eine rege Mitarbeit verzeichnet Lehrerin Simone Stoman-Dubbel (links), seitdem im Unterricht die interaktiven Schultafeln eingesetzt werden.
Eine rege Mitarbeit verzeichnet Lehrerin Simone Stoman-Dubbel (links), seitdem im Unterricht die interaktiven Schultafeln eingesetzt werden. © Volker Griese

Gut 200.000 Euro hat die Stadt Werdohl in diesem Jahr allein in sogenannte interaktive Boards für die vier Grundschulen im Stadtgebiet investiert. Bei Lehrern wie Schülern sind diese elektronischen Schultafeln äußerst beliebt, wie ein Besuch in der St.-Michael-Grundschule beispielhaft belegt.

Werdohl ‒ Deutschunterricht steht für die Klasse 4 b an diesem Mittwochmorgen auf dem Stundenplan. Mit Lehrerin Simone Stoman-Dubbel widmen sich die Kinder dem Thema „Oberbegriffe“.

Mit einem animierten Film, der auf der Tafel gezeigt wird, führt die Lehrerin ins Thema ein, dann sind die Schüler gefragt. Einzeln kommen sie nach vorne an die Tafel, um die dort angezeigten Begriffe durch einfaches Verschieben mit dem Finger zu sortieren. Später schreiben sie auch selbst einige Worte auf die weiße Oberfläche, benutzen dabei entweder einen speziellen Stift oder einfach ihren Zeigefinger. Dafür musste man früher Kreidestücke mit manchmal quietschenden Geräuschen über die Tafel bewegen. Wer sich heute verschreibt, braucht auch keinen Schwamm mehr, sondern kann das falsch geschriebene Wort einfach mit der Hand wegwischen.

Die interaktiven Boards mit 2,18 Meter Bildschirmdiagonale bieten noch viele weitere Vorteile: Im Mathematikunterricht lassen sich Hilfsinstrumente wie Geodreieck oder Zirkel einblenden und direkt auf der Tafel verwenden, für die unterschiedlichen Anforderungen stehen verschiedene Lineaturen und Raster zur Verfügung, es können Ton- und Videodateien abgespielt und Präsentationen sowie Inhalte von Internetseiten gezeigt werden.

Weitere praktische Funktionen kommen hinzu. Eine beschreibt Simone Stoman-Dubbel anhand eines konkreten Beispiels aus der Deutschstunde: „Für zwei Schülerinnen, die heute gefehlt haben, kann ich den Unterrichtsstoff so bereitstellen, dass sie sie zuhause auf ihren Tablets selbst nacharbeiten können.“

Apropos Tablets: Nicht nur interaktive Tafeln – 43 an der Zahl zum Stückpreis von rund 5000 Euro – hat die Stadt für die Grundschulen angeschafft, sondern auch Tabletcomputer für Lehrer und Schüler. Sie können mit den interaktiven Tafeln verbunden werden. So können beispielsweise Lehrer Unterrichtsinhalte auf ihren Tablets vorbereiten und dann in der Schulstunde auf die Tafeln übertragen.

Die Kinder arbeiten motivierter mit und kommen gerne an die Tafel, um etwas anzuschreiben.

Simone Stoman-Dubbel, Grundschullehrerin

Früher brauchte man für die vielen verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten mehrere Geräte und Medien: Neben der althergebrachten Kreidetafel kamen Overheadprojektoren, Beamer oder ganz einfach kopierte Blätter zum Einsatz. All dies wird nun durch die interaktive Tafel ersetzt. Keine Frage: Die Werdohler Grundschulen sind in der Zukunft bereits angekommen.

Lehrerin Stoman-Dubbel hat übrigens eine positive Auswirkung der modernen Geräte auf ihre Schüler ausgemacht: „Sie arbeiten motivierter mit und kommen gerne an die Tafel, um dort etwas anzuschreiben“, sagt sie. Das sei nicht allein der Reiz des Neuen, sondern vor allem des Digitalen, ist sie überzeugt.

Doch werden die Kinder durch so viel Technologie nicht überfordert? „Es kommt auf die Mischung an“, sagt Stoman-Dubbel. Deshalb gebe es im Unterricht auch immer wieder Phasen, in denen die Schüler ganz klassisch mit Stift, Papier und Büchern arbeiten.

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