Welttag der Bibliotheken

In dieser Bücherei müssen sogar die Bücher in Quarantäne

Das Kinder-Basteln zu Halloween musste zwar ausfallen, eine kleine Bücherausstellung zum Thema gibt es aber schon.
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Das Kinder-Basteln zu Halloween musste zwar ausfallen, eine kleine Bücherausstellung zum Thema gibt es aber schon.

Der Welttag der Bibliotheken, der heute stattfindet, sollte in der Werdohler Stadtbücherei eigentlich mit ein paar besonderen Aktionen gefeiert werden. Wegen der Corona-Situation allerdings kam in diesem Jahr alles anders als gedacht und die Veranstaltungen entfallen. Sehr zum Bedauern von Bücherei-Leiterin Katharina Bode, die sich schon darauf gefreut und alles eingestielt hatte. Was es aber geben soll, ist ein Medien-Marathon, der am Samstag, 24. Oktober, online stattfindet.

Werdohl ‒ Die Arbeit in der Bücherei habe sich in diesen Zeiten verändert, berichtet Bode. „Ganz groß anders ist es nicht, aber die Bereiche verlagern sich – vor allem natürlich weg von der Event-Organisation“.

Es werde vor Ort auch weniger ausgeliehen, weil der Publikumsverkehr – gerade bei älteren Menschen – abgenommen habe. Die Onleihe als eine Art Internet-Bücherei werde dagegen öfter genutzt. Höher ist auch die Nachfrage nach Vorlesebüchern, Hörspielen und Spielen, um die Zeit zu Hause abwechslungsreich zu gestalten.

Am meisten fehlen die Events

„Dritter Ort“, wie es Bode bezeichnet, also ein offener Raum für Treffen kleinerer Gruppen, zum Beispiel zum Lernen, könne die Bücherei in diesen Zeiten leider nicht sein. Das bedauert die Bücherei-Leiterin, kamen doch sonst regelmäßig Schüler vorbei und hauchten den Räumen Leben ein. Am meisten fehlen Katharina Bode aber die Events, die es sonst regelmäßig in der Bücherei gab. Dass sie die Veranstaltungen mit dem gemeinsamen Beisammensein vermissen, hätten ihr auch Kunden schon zurückgemeldet.

Allerdings sei das Feedback durchwachsen, denn gleichermaßen hätten auch viele bekundet, dass ihnen die Teilnahme zu riskant wäre. Bei der Organisation wäre die Resonanz also kaum kalkulierbar. „Allgemein merkt man schon, dass viele Leute Angst haben“, sagt Bode, die mit ihren Kolleginnen versucht, den Büchereibesuch so sicher wie möglich zu gestalten. Vor dem Eintreten muss deswegen beispielsweise geklingelt werden, damit das Besucheraufkommen gesteuert werden kann. Ältere Stammkunden würden auch häufig vor dem Besuch anrufen, um kurz zu erfragen, ob gerade viel los ist. Bode: „Wenn wenig los ist, fühlen sie sich sicherer.

Kunden zeigen Verständnis

Auch die Bücher-Quarantäne hat bewirkt, dass die Leute weniger Bedenken haben“, berichtet Bode. Bücher-Quarantäne heißt, dass zurückgegebene Bücher für 72 Stunden isoliert aufbewahrt werden, um so sicherzustellen, dass sich auf Cover und Seiten keine Viren mehr befinden bevor das Buch an den nächsten Kunden verliehen wird. „Dabei hat es uns sehr geholfen, dass das Computerprogramm die Quarantäne-Zeit jetzt mit einrechnet“, ist die Bücherei-Leiterin dankbar.

Zwischenfälle gab es in der Bücherei im Zusammenhang mit Corona-Regeln bislang übrigens nicht. Das solle natürlich auch so bleiben. Die meisten Kunden seien stattdessen glücklich, dass die Bücherei überhaupt geöffnet ist, mindestens nähmen sie aber Rücksicht und zeigten Verständnis.

Nur mit der Klingel habe mancher Kunde so seine Probleme. Kleiner Tipp: Nicht das Schild mit der Beschriftung muss gedrückt werden, sondern der runde Knopf rechts daneben.

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