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„In der finalen Abstimmung“: Ministerium will bald genehmigen

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Von: Volker Heyn

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Die Behelfsbrücke (rechts) soll spätestens Mitte August für den Verkehr freigegeben werden. Bis die alte Lennebrücke (links) abgerissen wird, wird es aber noch einige Zeit dauern.
Die Behelfsbrücke (rechts) wird spätestens Mitte August befahrbar sein. Fußgänger werden noch eine Zeit lang über die alte Lennebrücke (links) geführt. Abgerissen werden kann die alte Brücke allerdings erst im Frühjahr 2023.  © Volker Heyn

Das Bundesverkehrsministerium in Berlin wird „kurzfristig“ den Entwurf von Straßen.NRW für den Abriss und den Neubau der Lennebrücke zur Ausschreibung freigeben. Man befinde sich „in der finalen Abstimmung“, teilte eine Sprecherin des Ministeriums auf Nachfrage mit. Weil der Durchlauf des Ausschreibungsverfahrens mindestens ein halbes Jahr braucht, wird die alte Lennebrücke noch mindestens bis März oder April 2023 stehen bleiben.

Werdohl ‒ Es war immer geplant, „so schnell wie möglich“ nach Fertigstellung der Behelfsbrücke mit dem Abriss der alten Brücke anzufangen. Von „unmittelbar anschließend“ – also ganz ohne zeitlichen Abstand – war allerdings bei Straßen.NRW nie die Rede. Bis zu acht Monate Zeit zwischen den Bauphasen war tatsächlich immer vorgesehen.

Das kommt sogar den aktuellen Umständen von Lieferproblemen bei Stahl und Metall tatsächlich zugute. Weil noch keine Geländer für Fußgänger an den Zufahrten zur Behelfsbrücke geliefert werden konnten, werden Fußgänger noch eine Zeit lang über die alte Lennebrücke geführt.

Der eigentliche Grund für den langen Abstimmungsprozess liegt beim Bundesverkehrsministerium. Bereits vor gut einem Jahr hatte die Regionalniederlassung von Straßen.NRW in Netphen die Entwurfsplanungen zunächst zur Hauptniederlassung nach Gelsenkirchen und dann zum Verkehrsministerium NRW in Düsseldorf gegeben. Beim Bundesverkehrsministerium in Berlin traf der Entwurf für die neue Lennebrücke im Oktober 2021 ein. Das bestätigte jetzt eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage. Zum Inhalt des Entwurfs hätten noch „fachtechnische Fragen“ geklärt werden müssen, teilte die Sprecherin mit.

Warum die Abstimmung der Neubauplanung mehr als zehn Monate in Anspruch nimmt, erklärt die Behördensprecherin aus Berlin so: „Der Prozess der Entwurfsprüfung ist ein mehrstufiger Ablauf, in dessen Folge weitere Fragestellungen und Abstimmungsbedarfe auftreten können, die entsprechend Zeit in Anspruch nehmen.“

Eine verständlichere Begründung, warum so eine Prüfung ein knappes Jahr benötigt, war nicht zu erhalten. Weiter heißt es beim Verkehrsministerium des Bundes: „Während des Abstimmungsprozesses stehen wir mit allen relevanten Beteiligten regelmäßig im Austausch.“

Den regelmäßigen Austausch zwischen Straßen.NRW und den Verkehrsministerien hatte auch Straßen.NRW-Sprecherin Ollertz immer wieder betont. Die Frage nach der langen Dauer dieses Verfahrens konnte sie nicht genau beantworten.

Gesetzt den Fall, dass der Bund den Brückenbau noch im August genehmigt, benötigt das sechsmonatige Ausschreibungsverfahren voraussichtlich bis Februar 2021. Ein bis zwei Monate kann danach noch die Arbeitsvorbereitung des Auftragnehmers in Anspruch nehmen, bis tatsächlich mit dem Abriss der Lennebrücke begonnen werden kann. Die Betonbrücke soll übrigens spektakulär stückweise zersägt werden, hatte Straßen.NRW-Projektleiter Christoph Klappert Ende 2020 angekündigt.

Der Fairness halber sei gesagt, dass Klappert bereits vor gut eineinhalb Jahren gegenüber unserer Redaktion die lange Dauer des Genehmigungsverfahrens vorausgesagt hatte.

Seine Begründung damals: Um nicht in „zeitliche Überschneidungen zwischen den Aufträgen“ zu kommen, dürfen der Abriss der alten Lennebrücke und Bau der neuen Brücke „nicht zu früh ausgeschrieben“ werden. Klappert rechnete Ende 2020 mit einer Ausschreibung im Sommer 2022. Dazu scheint es jetzt zu kommen.

Es werde dennoch ein „möglichst nahtloser Übergang“ angestrebt, sagte er damals. Abrissarbeiten der alten Brücke und Baubeginn der neuen Brücke hatte Klappert erst für Frühjahr 2023 erwartet – ziemlich genau so, wie es jetzt offenbar kommen wird. Die Brücke könnte schließlich 2025 fertig sein. Der Abbau der stählernen Behelfsbrücke mit der Aufarbeitung des Geländes von Firma Brinkmann kommen nach Fertigstellung des Neubaus noch hinzu.

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