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Impfwillige dringend gesucht: Spontan-Impfung auf dem Parkplatz

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Von: Volker Griese

Ein Feuerwehrfahrzeug diente Dr. Friedemann Enders als mobile Impfstation. Auf dem Parkplatz an der Goethestraße impfte der Mediziner auch Mohammed Hami, der sich spontan bereit fand.
Ein Feuerwehrfahrzeug diente Dr. Friedemann Enders als mobile Impfstation. Auf dem Parkplatz an der Goethestraße impfte der Mediziner auch Mohammed Hami, der sich spontan bereit fand. © Volker Griese

Noch vor wenigen Wochen war der Impfstoff, der vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen soll, ein knappes Gut. Mittlerweile suchen Impfärzte beinahe krampfhaft nach Impfwilligen. Als Symbol dafür kann eine Szene gelten, die sich am Donnerstagnachmittag in der Werdohler Innenstadt abspielte.

Werdohl ‒ Mitglieder eines mobilen Impfteams des Märkischen Kreises sprachen in der Innenstadt wahllos Passanten an und boten ihnen eine Impfung gegen Covid-19 an. Die sei „jetzt sofort“ auf dem Parkplatz an der Goethestraße möglich. Gesucht wurden zwei Personen, die dazu spontan bereit waren.

Die unverhoffte Gelegenheit auf eine Coronaschutzimpfung ließ sich Mohammed Hami nicht entgehen. Eine Mitarbeiterin des Kreises hatte ihn im Friseursalon auf dem Brüninghaus-Platz angesprochen, sofort machte er sich auf den Weg zu dem großen Parkplatz, wo auf der Stadtspange ein Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr parkte. Es diente dem Werdohler Mediziner Dr. Friedemann Enders, der das Vakzin im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung auch im Lüdenscheider Impfzentrum spritzt, als mobile Impfstation.

„Wir waren heute auf Impftour durch Flüchtlingsunterkünfte in Schalksmühle, Altena und Werdohl“, erklärte Enders. Dort seien insgesamt etwa 40 Personen mit dem mRNA-Impfstoff Spikevax von Moderna geimpft worden. „Die Flüchtlinge sind immer sehr dankbar“, schilderte Enders die Stimmung in den Unterkünften, wenn dort das mobile Impfteam anrückt. Für Enders, der bis Ende 2020 in Werdohl eine Hautarztpraxis betrieben hat, war die Impftour am Donnerstag nicht die erste. Auch in den vergangenen Wochen war er schon mehrfach im Kreis unterwegs.

Bei der Tour am Donnerstag seien nun zwei Dosen übrig geblieben, die an spontan bereite Impfwillige verimpft werden sollten. „Das ist ja auf jeden Fall besser als sie wegzuschütten“, sagte Enders. Jede geimpfte Person sei ein Fortschritt im Kampf gegen die Pandemie.

In Werdohl ad hoc zwei Impfwillige zu finden, stellte sich aber als nicht ganz so einfach heraus. Etwa 30 bis 40 potenzielle Kandidaten seien angesprochen worden, am Ende hatten die Mitarbeiter vier gefunden, mussten also zwei wieder wegschicken.

Die Impfung abholen konnte sich aber Mohammed Hami. Der junge Mann, der im Friseursalon Esras Coiffeur arbeitet, legte spontan Kamm und Schere beiseite, um sich impfen zu lassen. Die leichte Unsicherheit („Man hört ja so viel über die Nebenwirkungen.“) hatte er schnell abgelegt. „Wie, das war schon alles?“, fragte er nach dem kleinen Pieks in den rechten Oberarm. Nicht ganz. In etwa vier Wochen muss er sich noch die zweite Impfung abholen. Danach ist sein Schutz vor einer Covid-19-Infektion perfekt.

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