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Im ersten Quartal: Auftragslage bei Vossloh erreicht Rekordniveau

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Von: Markus Wilczek

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Ein Blick in die „Fabrik der Zukunft“ am Vossloh-Stammsitz in Werdohl. Das Unternehmen veröffentlichte jetzt seine Zahlen für das erste Quartal 2022.
Ein Blick in die „Fabrik der Zukunft“ am Vossloh-Stammsitz in Werdohl. Das Unternehmen veröffentlichte jetzt seine Zahlen für das erste Quartal 2022. © Henk

Der Werdohler Bahntechnikkonzern Vossloh vermeldet für das erste Quartal 2022 ein Umsatzwachstum sowie einen historischen Höchststand beim Auftragsbestand. Der Bruttogewinn ging im Vergleich zum ersten Quartal 2021 aber dennoch von 12,1 auf 8,1 Millionen Euro zurück.

Hier machen sich laut Vossloh die „signifikant gestiegenen Material- und Energiepreise“ bemerkbar. Denn spricht der Konzern in einer Pressemitteilung von einem erfolgreichen Start ins Geschäftsjahr 2022.

Die Auftragslage erreichte ein Rekordniveau: Der Auftragseingang legte in allen Geschäftsbereichen zu und summierte sich auf 378,2 Millionen Euro. Verglichen mit den ersten drei Monaten in 2021 bedeutet dieses ein Plus von gut 45 Prozent (260 Millionen Euro). Auch der Auftragsbestand erreichte Ende März einen historischen Höchstwert von 772,4 Millionen Euro und lag um knapp 20 Prozent über dem Vorjahresniveau von 644,8 Millionen Euro.

Großaufträge aus China

Der Grund dafür sind vor allem zwei Großaufträge aus China für Schienenbefestigungssysteme zum Bau neuer Hochgeschwindigkeitsstrecken im Gesamtwert von rund 90 Millionen Euro. Darüber hinaus konnte in Australien ebenfalls ein 90-Millionen-Euro-Deal über die Lieferung von Betonschwellen geschlossen werden. Der Konzernumsatz erhöhte sich im ersten Quartal 2022 um gut 7 Prozent auf 222,2 Millionen Euro.

Die EBIT-Marge, also der Gewinn im Verhältnis zu den Umsatzerlösen, sank aufgrund der höheren Material- und Energiepreise ebenso wie das Bruttoergebnis: Von 5,8 Prozent im ersten Quartal 2021 auf jetzt 3,6 Prozent. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) belief sich auf 20,1 Millionen Euro im Dreimonatszeitraum 2022 (Vorjahr: 25,6 Millionen Euro), die EBITDA-Marge sank entsprechend auf 9,1 Prozent (Vorjahr: 12,4 Prozent). Das Konzernergebnis lag bei 3,6 Millionen Euro und damit deutlich unter dem Vorjahresquartalswert von 6,1 Millionen Euro.

Fortschritte bei Vermögens- und Finanzlage

Weitere Fortschritte im Vorjahresvergleich erzielte der Vossloh-Konzern bei der Vermögens- und Finanzlage. Die Eigenkapitalquote stieg auf 45,1 Prozent (Vorjahr: 43,8 Prozent). Die Nettofinanzschuld inklusive der Leasingverbindlichkeiten hat sich weiter reduziert und lag zuletzt bei 228,2 Millionen Euro (31. März 2021: 244,4 Millionen Euro).

Wir sind mit dem Start in das Geschäftsjahr 2022 in einem herausfordernden Marktumfeld überaus zufrieden. Der außerordentlich hohe Auftragseingang im ersten Quartal zeigt erneut eindrucksvoll unsere hohe Wettbewerbsfähigkeit und untermauert damit zusätzlich unseren Anspruch anhaltenden organischen Umsatzwachstums“, sagt Oliver Schuster, Vorstandsvorsitzender der Vossloh AG.

Material und Energiekosten: Belastungen sollen reduziert werden

Gleichzeitig arbeite das Unternehmen intensiv daran, die Belastungen bei Material- und Energiekosten abzumildern. So befinde man sich mit den Kunden auch bei bestehenden Vertragsverhältnissen in Gesprächen über eine Anpassung der Konditionen. „Dies wird ein wesentlicher Faktor zur Erreichung unserer kurz- und mittelfristigen Profitabilitätsziele sein“, so Schuster.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2022 rechnet Vossloh weiterhin mit einem Umsatz von 925 Millionen bis zu 1 Milliarde Euro. Mit Blick auf die Profitabilität erwartet Vossloh eine EBITDA-Marge von 13 bis 14 Prozent beziehungsweise eine EBIT-Marge zwischen 7,5 und 8,5 Prozent.

Profitabilität soll im zweiten Halbjahr deutlich ansteigen

„Auch im zweiten Quartal wird noch eine geringere Profitabilität im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erwartet. Die Profitabilität im zweiten Halbjahr 2022 wird aus heutiger Sicht deutlich ansteigen. Die Entwicklungen bei Materialpreisen und Materialverfügbarkeiten sowie bei Energiepreisen sowie die Weitergabe hieraus resultierender Mehrbelastungen an unsere Kunden haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Profitabilität im weiteren Jahresverlauf“, heißt es in der Mitteilung des heimischen Bahntechnikkonzerns abschließend.

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