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Illegale Böller: Es droht sogar Haft

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Von: Christos Christogeros

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Illegale Böller wie diese können nicht nur zu schwersten Verletzungen führen – der Besitz solcher Feuerwerkskörper kann empfindliche Strafen nach Sprengstoffgesetz nach sich ziehen.
Illegale Böller wie diese können nicht nur zu schwersten Verletzungen führen – der Besitz solcher Feuerwerkskörper kann empfindliche Strafen nach Sprengstoffgesetz nach sich ziehen. © DPA

Die Krankenhäuser sind derzeit ohne überlastet, Rettungsdienste wissen teilweise nicht mehr, wie sie all‘ ihre Einsätze bewältigen sollen (wir berichteten). Vor diesem Hintergrund appellieren Kommunen und Experten an die Bürger, Vorsicht walten zu lassen beim Zünden von Silvester-Feuerwerk.

Werdohl – Denn abgetrennte Gliedmaßen oder Verletzungen an Augen oder Ohren sind das Letzte, was die Kliniken derzeit gebrauch können. Wir haben ein paar Tipps parat, damit die Bürger möglichst unbeschwert ins neue Jahr „böllern“ können.

Zunächst sollten „Böllerwillige“ darauf achten, nur zugelassene Feuerwerkskörper zu verwenden. Erkennbar sind diese durch die Zulassungsnummer oder CE-Kennzeichnung. Auf keinen Fall sollten Feuerwerkskörper aus dubiosen Quellen ohne CE-Kennzeichnung erworben werden. Diese könnten nicht zugelassene Substanzen oder zu viel „Sprengstoff“ enthalten.

Illegale Böller werden beschlagnahmt, zudem kann man sich durch den Besitz solcher Feuerwerkskörper strafbar machen. Denn n ach Paragraph 40 Sprengstoffgesetz drohen Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe.

Auch typische Silvester-Feuerwerkskörper und Raketen der Kategorie 2 werden rechtlich als „Sprengstoff“ angesehen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen diese weder erwerben noch sollten sie damit hantieren. Ausgenommen ist davon lediglich Jugendfeuerwerk der Kategorie 1, das grundsätzlich an Jugendliche ab zwölf Jahren abgegeben und von diesen verwendet werden darf.

Böller nicht selbst herstellen

Man sollte keinesfalls versuchen, Böller oder Raketen selbst herzustellen, hierbei kann es zu schweren Verletzungen und Bränden kommen.

Feuerwerk sollte nur dort gezündet werden, wo dies auch erlaubt ist. Das Abbrennen von Feuerwerk in der unmittelbaren Nähe von Kirchen, Kinder - und Altersheimen sowie Krankenhäusern oder besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen ist generell verboten.

Feuerwerkskörper sollten nicht achtlos weggeworfen werden. Und natürlich sollte man niemals auf Menschen zielen. Nach dem Anzünden von Feuerwerk sollte unbedingt ein ausreichender Sicherheitsabstand eingehalten werden. Außerdem:„Feuerwerken und mehr als geringfügiger Alkoholkonsum vertragen sich nicht.

Raketen sollten nur senkrecht und aus standsicheren Flaschen gezündet werden. Dafür eignen sich beispielsweise auch Getränkekisten. Raketen sollten niemals aus der Hand abgefeuert werden. Auch hier kann es zu schweren Verletzungen kommen.

Nicht gezündetes Feuerwerk – sogenannte „Blindgänger“ – sollten nie erneut gezündet werden. Es kann hierbei zu einem sofortigen Durchzünden mit schweren Verbrennungen kommen. Feuerwerkskörper, die nicht gezündet haben, sollten mit Wasser übergossen werden, um ein unkontrolliertes Zünden zu vermeiden.

Feuerwerk sollte außerdem niemals am Körper getragen werden. Es hat zum Beispiel in Jacken- oder Hosentaschen nichts zu suchen.

Fenster, Dachluken und dergleichen sollten in der Silvesternacht möglichst geschlossen bleiben. Brennbare Gegenstände (Altpapier, Weihnachtsbaum, Gartenmöbel und dergleichen) sollten besser von Balkon oder Terrasse entfernt werden.

Vor der Entsorgung von abgebrannten Feuerwerkskörpern sollte man diese erst länger kontrolliert auskühlen lassen oder mit Wasser übergießen. Kommt es dennoch zu einem Unfall oder einem Brand, sollte man nicht zögern, die Rettungskräfte unter „112“ zu alarmieren.

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