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„Ihr seid so verdammt heiß“: Italienische Band begeistert im Alt Werdohl

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Von: Michael Koll

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Blaze (v. l.), Marco Ryde und Davis fegten mit ihren Sounds über die Sauerländer Rockmusik-Fans hinweg.
Blaze (v. l.), Marco Ryde und Davis fegten mit ihren Sounds über die Sauerländer Rockmusik-Fans hinweg. © Koll, Michael

1976 war „New rose“ die erste Single von The Damned. Damit löste die britische Band die Punkrock-Welle aus. Am Samstagabend beendete die italienische Band Downtown’s Bad Company (zu Deutsch: Schlechte Gesellschaft in der Innenstadt) mit diesem Klassiker ihr erstes Gastspiel im Sauerland.

In der Musikkneipe Alt Werdohl an der Freiheitstraße hatte das Trio aus Turin für ein wild feierndes Publikum gesorgt. Dabei waren im Saal für Stammgäste kaum bekannte Gesichter zu erblicken. Auffällig viele Jüngere waren gekommen, um die in dieser Gaststätte ungewohnten Töne zu hören.

Bassist Davis fiel den Fans vor der Bühne als Erster ins Auge. Er spielte nicht nur den Beat der Lieder, sondern übernahm auch die Aufgaben des vermeintlich fehlenden Rhythmus-Gitarristen. Er übernahm während der Songs die Melodieführung.

Interaktion mit dem Publikum

Dabei ergab es sich fast zwangsläufig, dass er nicht – wie Bassisten sonst zumeist – nur wie ein Baum auf der Bühne stand. Er deutete mit wippendem Oberkörper ein Tanzen an. Und dann stürmte er auch mal gerne zum Bühnenrand und interagierte mit dem Publikum, welches ihn dafür bejubelte.

Lead-Gitarrist Blaze, der auch der Sänger der Truppe war, blieb zwischen den Stücken, die er sang, schrie und kreischte, ganz introvertiert. Er trat bescheiden und zurückhaltend auf. Doch angesichts des frenetischen Applauses der Sauerländer im Saal platzte es schließlich auch aus ihm heraus: „Ihr seid so verdammt heiß, Leute!“, rief er – wobei sich das englische „hot“ auch als scharf oder geil übersetzen lässt.

Songs kommen staubtrocken und düster daher

Drummer Marco Ryde sah nicht aus wie „Das Tier“ in der Muppet-Show, sondern er trommelte auch ebenso scharfkantig-aggressiv wie sein Puppen-Ebenbild. Überhaupt klang das Trio zu keinem Zeitpunkt so, als würde ihnen ein Musiker fehlen – auch wenn zu den meisten bekannten Bands ein oder zwei Instrumentalisten mehr gehören.

Einige Songs der „bösen Jungs aus dem Stadtzentrum“ kamen staubtrocken und düster daher. Bands wie Queens of the stone age hatten mit solchen Kompositionen Mitte der 90er-Jahre die Stilrichtung Stoner-Rock begründet. Andere Stücke von Downtown’s Bad Company zerbarsten fast vor Energie und riefen so Erinnerungen an die Größen des Grunge der frühen 90er auf – etwa an Nirvana, auch eine Band mit einem Sänger, der fast schüchtern auf der Bühne wirkte, wenn er nicht gerade sang.

Eigene Stücke und Coversongs

Bei wieder anderen Liedern klang die Musik des Trios auf der Bühne wie eine Mischung aus Hard- und schneidigem Punkrock – hymnische Refrains inklusive. Der ein oder andere im Saal rief: „Jetzt klingen sie ja fast wie Metallica.“

Neben eigenen Stücken boten die Südeuropäer aber auch Coversongs, so „Born to be wild“ von Steppenwolf oder „Ace of Spades“ von Motörhead. Für die junge italienische Combo, die bisher nur ein Mini-Album vorweisen kann, sprach, dass diese Welthits von den Zuschauern nicht mehr beklatscht wurden als ihre Eigenkompositionen.

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