„Ich vermisse die Brotvielfalt und den FC Schalke 04“

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Ulrich Paul Hahn mit seiner zweiten Ehefrau. Die beiden leben in Indonesien.

WERDOHL -  Der gebürtige Werdohler Ulrich Paul Hahn verließ im Jahr 1977 seine Heimat am Sommerhagen 9 und lebt seitdem im Ausland. Doch die Liebe zu einem Fußballclub kann auch mehrere tausend Kilometer überstehen: Hahn ist großer Fan des FC Schalke 04.

Der 56-Jährige hat schon viele Orte dieser Welt bereist. Zunächst lebte er in der Schweiz, danach in Korea, Ägypten, Hong Kong, auf den Philippinen, Taiwan, Singapur und seit 2002 ist er nun in Indonesien beheimatet. Dort leitet er ein Hotel, den Rancamaya Golf & Country Club.

Zunächst plante er, nur für zwei Jahre ins Ausland zu gehen, daraus sind aber nun 34 Jahre geworden. Der gelernte Koch wechselte nach 13 Jahren ins Management großer Hotel- und Gaststättenbetriebe. Momentan ist er zudem mit der Bauplanung eines Golf- und Hotelclubs beschäftigt. Der Auswanderer fühlt sich in seiner Wahlheimat sehr wohl und gründete in Asien eine Familie. Ulrich Paul Hahn ist in zweiter Ehe mit einer Indonesierin verheiratet. Aus erster Ehe mit einer Philippinerin stammen zwei Kinder: Monika (25) und Robert (22). Sie leben beide auf den Philippinen. Sohn Robert arbeitet dort im Marketingbereich, die Tochter pflegt rund um die Uhr die erkrankte Mutter. „Die beiden möchten nächstes Jahr nach Deutschland kommen“, sagt Ulrich Paul Hahn. „Das ist schon lustig, ich komme nach Asien und meine Tochter, die hauptsächlich in Asien gelebt hat, möchte nach Deutschland“, sagt er.

Der gebürtige Werdohler Ulrich Paul Hahn leitet den Rancamaya Golf & Country Club in Indonesien. Seine einstige Heimat verließ er 1977.

In einem schriftlichen Interview teilt er mit, dass er zum Zeitpunkt seiner Auswanderung das Abenteuer und angenehme Leben in Asien gesucht habe. Relativ schnell sei er aber mit Anpassungsschwierigkeiten konfrontiert worden. Das läge schon an den unterschiedlichen Mentalitäten, so Hahn. Und obwohl er sich nach vielen Jahren angepasst habe, bliebe man doch in vielen Dingen immer deutsch. „Das Schwierigste war für mich, dass Asiaten den Konflikten aus dem Wege gehen und man oft selbst nach Antworten suchen muss.“ Mit der Zeit bekäme man darin aber Übung. „Heute bin ich Deutscher, wenn es die Situation verlangt und Asiate, wenn man Politik spielen muss“, so Hahn. Auch sprachliche Probleme musste Ulrich Paul Hahn überwinden, sprach er doch zu Beginn seiner Auswanderung kein Wort Englisch. Mittlerweile aber schreibe er besser Englisch als Deutsch. Die Landessprache Bahasa Indonesia sei für den Hausgebrauch okay, geschäftliche Dinge regle man aber ohnehin auf Englisch, berichtet der ehemalige Werdohler. An seiner alten Heimat schätzt und vermisst der 56-Jährige vor allem die vielen verschiedenen Brotsorten. Und die Vorzüge einer Krankenversicherung habe er seit der Erkrankung seiner ersten Frau vermisst. Bis jetzt habe er 50 000 Dollar aus eigener Tasche bezahlt.

Die Entscheidung auszuwandern hat Ulrich Paul Hahn aber nie bereut. „Ich frage mich manchmal, ob ich nicht doch eines Tages wieder zurückkomme.“ Beruflich sei er zwar an Indonesien gebunden, aber in zehn Jahren könne er sich eine Rückkehr vorstellen. Kontakte nach Werdohl pflegt er vor allem zu seinem jüngeren Bruder, der noch im Elternhaus der Hahns am Sommerhagen wohnt. Und regelmäßig verfolgt er natürlich die Fußballspiele des FC Schalke 04.

Von Friederike Domke

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