200 i-Männchen starten in Werdohl in ihr Schülerleben

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Erstmals nach vielen Jahren gab es an der Martin-Luther-Grundschule in Ütterlingsen wieder eine richtige Einschulungsfeier mit Chor, Vorführungen älterer Schüler und kurzen Ansprachen vom Schülerparlament und der Schulleiterin.

Werdohl - 200 Jungen und Mädchen wurden am Donnerstag in die drei Grundschulen mit ihren vier Standorten eingeschult. Ein Novum gab es an der Martin-Luther-Grundschule in Ütterlingsen. 

Dort mussten acht Kinder abgewiesen werden, um die von der Stadt vorgeschriebene Klassengröße von 27 Kindern nicht zu überschreiten. In Werdohl gibt es schon lange keine Schulbezirke mehr. Die Eltern können die Grundschule frei aussuchen. Bei den beiden Konfessionsschulen ist die Zahl der Eingangsklassen festgelegt. Die abgewiesenen Kinder besuchen jetzt andere Schulstandorte in der Stadt. 

Britta Schwarze, Schulleiterin der evangelischen Martin-Luther-Grundschule in Ütterlingsen, leidet unter dem Mangel an Lehrerinnen und Lehrern. Es gäbe tatsächlich sehr viele Bewerbungen, vielfach aber von gar nicht als Pädagogen ausgebildeten Menschen. Kurz vor Schulstart fiel auch noch überraschende eine eingeplante Klassenlehrerin aus, beinahe hätte die Schulleiterin selbst noch eine zweite Klasse übernehmen müssen. Und auch der Start nach den Baumaßnahmen in den Sommerferien war etwas holprig: Die Klassenräume reinigten die Lehrerinnen selbst, aber für das Putzen der Fenster und das Dekorieren der frisch gestrichenen Flure war bis gestern keine Zeit mehr. 

Erstmals seit Jahren wieder eine Feier 

Davon war aber bei der Einschulungsfeier in der Turnhalle in Ütterlingsen gar nichts zu spüren. Erstmals seit Jahren gab es wieder eine Feier, die den Namen auch verdiente. Die früheren Treffen zur Einschulung im Foyer gerieten viel zu unruhig. Zuerst trat der

Chor der Grundschulen auf, dann begrüßte Britta Schwarze ihre „Erstis“. Endlich seien die Kinder da, schon so lange habe die ganze Schule auf sie gewartet. „Ihr werdet in vier oder fünf Wochen lesen und rechnen können“, versprach sie: „Lernen ist was Tolles!“ Sie selbst lerne noch jeden Tag etwas dazu. Sie traf den Ton für alle: „Kinder, Eltern, Lehrer – wir sind das dicke Team.“ 

In Ütterlingsen besuchen die i-Männchen jahrgangsübergreifende Klassen zusammen mit den Zweitklässlern. Die SternenKlasse wird von Dorothee Pasch geleitet, Bettina Kaiser unterrichtet die Sonnen-Klasse, Caroline Barnefske die Mond-Klasse und Maren Schönenberg die Regenbogen-Klasse. 

So viele Gäste wie noch nie 

„Ich glaube, so viele Gäste waren noch nie zur Einschulung hier.“ Claudia Gierse, die kommissarische Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Werdohl, staunte nicht schlecht angesichts der Menschenmassen, die zur Einschulungsfeier in die Turnhalle des Grundschulstandorts Kleinhammer gekommen waren. „Heute geht es hauptsächlich um Euch,“ wandte sich Gierse an die insgesamt 53 Mädchen und Jungen, die auf Bänken Platz genommen hatten. Als sich die kommissarische Schulleiterin dann erkundigte, welche i-Männchen sich denn darüber freuen würden, heute dabei sein zu dürfen, schossen 53 ausgestreckte Zeigefinger in die Luft. 

Freude, Aufregung und vielleicht ein kleines bisschen Angst: Bei der Einschulungsfeier in der Grundschule Kleinhammer konnte man deutlich sehen, wie sich die i-Männchen fühlen.

Nach einem kurzen Begrüßungsprogramm, das von den älteren Kindern gestaltet wurde, nahmen die Klassenlehrerinnen Hildegard Tönnesmann (1 c) und Silke Heidl (1 d) die Neulinge mit in ihre Klassenzimmer, wo die erste Unterrichtsstunde auf dem Programm stand. Eltern, Großeltern und andere Verwandte nutzten die Zeit, um sich bei Kaffee und Kuchen näher kennen zu lernen. 

Voll war es war es auch im Foyer der Grundschule Königsburg, wo in diesem Jahr ausnahmsweise die Einschulungsfeier stattfinden musste: Bedingt durch die Sanierungsarbeiten konnte die Schulturnhalle noch nicht genutzt werden. Nina Manns, die Claudia Gierse bei der kommissarischen Schulleitung unterstützt, hieß die Erstklässler und die Erwachsenen willkommen, bevor auch hier der Klassiker „Alle Kinder lernen lesen“ auf dem Begrüßungsprogramm stand. Richtig spannend wurde es anschließend, als Julia Wallentin und Anne Degenhardt (1 a) sowie Britta Rückweg (1 b) die 49 Erstklässler in die Klassenräume führten. 

St. Michael: Neue Sozialpädagogin

Mit einem Gottesdienst unter dem Motto „Du bist in Gottes Hand geborgen“ wählte die St.-Michael-Grundschule einen kirchlichen Einstieg in den ersten Schultag von 58 Lernanfängern. Der Schulchor gestaltete die Feier in der St.-Michael-Kirche mit, und auch die Klasse 2 b hieß die neuen Mitschüler willkommen. Dabei griffen die Zweitklässler das Motto auf, indem sie in einem kleinen Spiel der Frage nachgingen, wozu die Hände eingesetzt werden können. 

Einschulungsfeier der Grundschulen in Werdohl

Nach dem Gottesdienst ging es dann für die neuen Grundschüler klassenweise und im Gänsemarsch über die Mittelstraße in die Schule. Ulrike Schmalz führte als Klassenlehrerin die 25 Kinder der auch Erdmännchen-Klasse genannten 1a in ihren Klassenraum. Nina Henkenjohann ging mit 22 Kindern der Wal-Klasse 1b im Schlepptau ebenfalls in die erste Unterrichtsstunde. Die Eulen-Klasse führte Nicole Perlick an. 

Ebenfalls ihren ersten Schultag an der St.-Michael-Schule hatte die neue Sozialpädagogin Nadine Gottwald. Sie ist damit eine von 600 sozialpädagogischen Fachkräfte, die die Landesregierung in diesem Schuljahr landesweit an Grundschulen eingestellt hat. Ihre Aufgabe ist es, die Lehrer im Unterricht zu unterstützen, Schüler gezielt individuell zu fördern und ein Netzwerk zur Beratung von Eltern und zur Unterstützung von Kindern aufzubauen. Auch ist Nadine Gottwald in der St.-Michael-Grundschule die Verbindungsfrau zu den Kindertagesstätten im Stadtgebiet. „Wir sind froh und dankbar, dass wir jetzt eine Sozialpädagogin in Festanstellung haben“, sagte Schulleiterin Christa Kringe.

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