„Hunderte verlorene Geodreiecke“

Zusammen mit einer roten Rose erhielten die Schüler ihre Zeugnisse aus den Händen ihrer Klassenlehrer, die sie zum Abschluss noch einmal an sich drückten.

WERDOHL ▪ Seltenes Lob: Lehrer Frank Machau dankte den Schülern des zehnten Jahrgangs, der gestern an der Albert-Einstein-Gesamtschule Abschluss feierte, dafür, dass bei der Klassenfahrt nach Brighton die sonst üblichen Exzesse ausblieben „oder sich so im Rahmen hielten, dass wir Lehrer so tun konnten, als hätten wir nichts mitbekommen“. Von Michael Koll

Schülerin Yara Schürmann dankte dagegen den Eltern für den Ersatz „Hunderter verloren gegangener Geodreiecke“. Sie rief ihnen zu: „Eure Kinder werden langsam erwachsen.“

Eine Abweichung vom Protokoll erlaubten sich die 44 Mädchen und 57 Jungen aber dennoch: Als die Klasse 8.4 zu ihren Ehren auf das Lied „Ai Se Eu Te Pego“ tanzte, stürmten die 101 Zehntklässler kurzerhand die Bühne, um die zwei Jahre jüngeren Mitschüler anzufeuern.

Zuvor hatte Schulleiter Heinz Rohe stolz verkündet, dass von den 52 Schülern, die die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe erreicht haben, von ihrer Grundschule elf die Empfehlung für die Haupt- und 30 die für die Realschule erhielten: „Das zeigt: Wir machen ganz gute Arbeit hier.“

Weiter ging Rohe darauf ein, dass 22 Schüler dieses Jahrgangs aus Neuenrade stammten. Der Schulleiter betonte ausdrücklich, dass er hoffe, dass die Zahlen so hoch bleiben. „Bei uns sind die Schüler aus der Nachbarstadt gut aufgehoben“, zielte er auf die Konkurrenz durch die Gemeinschaftsschule in Neuenrade.

„Die anderen kochen auch nur mit Wasser“

Im Anschluss an die Zeugnisausgabe wurden die besten Schüler geehrt, von denen, so Rohe, „übrigens zwei auch nur die Hauptschulempfehlung von ihrer Grundschule erhalten haben“: Katharina Vedder holte mit der Durchschnittsnote 1,6 das beste Ergebnis, dicht gefolgt von Emre Serin (1,65) und Yara Schürmann (1,7).

Schülersprecher Onur Celikkaya wurde für sein soziales Engagement gewürdigt. Nick Schneck und Kiriakos Yfantidis wurden Jahrgangsbeste beim Sportfest.

Von den 101 Schülern gehen derweil 45 die Oberstufe der Albert-Einstein-Gesamtschule an. 17 haben bis gestern eine Ausbildungsstelle gefunden. 39 werden künftig ein Berufskolleg besuchen.

Egal, welchen Weg sie wählten, Bürgermeister Siegfried Griebsch gab den jungen Frauen und Männern mit auf diesen: „Lassen Sie sich von Misserfolgen in Ihrem Leben nicht entmutigen. Die anderen kochen doch auch nur mit Wasser.“ Für das musikalische Rahmenprogramm zeichnete Lehrer Carsten Hönniger mit seiner zwölfsaitigen Gitarre verantwortlich. Die Darbietung von „Long Train Running“ der Doobie Brothers riss die Zehntklässler von den Sitzen. Stehende Ovationen zum Schluss und Jubelstürme mitten im Lied belegten, dass die Musik wie auch die Person des Lehrers offenbar sehr beliebt waren.

Oft beklatscht und belacht wurden auch die Fotos aus den zurückliegenden Jahren. Schüler Nils Kohlhage erläuterte dazu, dass er und seine 100 Mitschüler bereits in der fünften Klasse „ein starkes Gemeinschaftsgefühl“ entwickelt hätten.

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