Trauriger Zwischenfall beim Hunderennen

Hund stirbt in heißem Auto: Pudelclub erstattet Anzeige

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Werdohl/Herscheid - Das Hunderennen der Märkischen Bezirksgruppe des Deutschen Pudelklubs in Schwarze Ahe wurde am Pfingstsonntag von einem traurigen Zwischenfall überschattet. Kurz nach der Siegerehrung machte ein Hundebesitzer eine grausame Entdeckung in seinem Auto: Sein junger Hund war in Ohnmacht gefallen.

Trotz mehrerer Wiederbelebungsversuche verstarb das einjährige Tier wenig später. 

„Obwohl es mehrfach Kontrollen und Durchsagen gab, die darauf hingewiesen haben, bei diesem Wetter bitte keine Hunde im Auto zu lassen, ist dieser schreckliche Vorfall geschehen“, äußerte sich Tanja Cordt, Mitorganisatorin der Veranstaltung, schockiert. Der Verein habe Anzeige erstattet. Für Cordt steht fest: „Wir alle müssen noch mehr die Augen offenhalten, damit so etwas nicht mehr passiert.“ 

Diesen Ratschlag kann die Plettenberger Tierärztin Dr. Petra Knauff-Zöllner nur unterstreichen: Die Hitzeentwicklung in einem Auto werde oftmals unterschätzt.

Tierärztin warnt: Tiere nie im Auto einsperren

Innerhalb von nur einer Stunde könne die Temperatur im Inneren eines Fahrzeugs bei direkter Sonneneinstrahlung auf bis zu 60 Grad Celsius ansteigen. Für Insassen, die den Wagen nicht verlassen können, eine oftmals tödliche Falle. „Da hilft es auch nichts, das Fenster einen Spalt offenstehen zu lassen“, mahnt die Tierärztin.

Sie nennt ein Beispiel, das wohl jeder kennt: Wer nach dem Einkauf zurück zum eigenen Wagen geht, der in der prallen Sonne gestanden hat, der lüftet zunächst, ehe die Weiterfahrt beginnt. In die erhitzte Luft steigen nur die wenigsten freiwillig. Dort längere Zeit und ohne Abkühlung verbringen zu müssen, sei eine echte Qual.

Deswegen appelliert Dr. Petra Knauff-Zöllner an alle Hundehalter, die Tiere nicht im Auto einzusperren – auch nicht bei bewölktem Himmel: „Die Luft in einem Wagen wird schneller heiß, als man denkt“

Hund aus Affeln ist der Star 

Zuvor waren bei den Wettkämpfen 69 Starter mit ihren Tieren beim Pfingst-Hunderennen in Schwarze Ahe dabei. Motiviert von ihren Haltern, aber auch etlichen Zuschauern rund um die Laufbahn, gingen die Hunde auf eine 50 Meter lange Strecke. Gestartet wurde in 18 Klassen – je nach Größe und Alter des vierbeinigen Wettkämpfers. 

Ausrichter war zwar wie gewohnt die Bezirksgruppe des Deutschen Pudelklubs, doch sie hieß alle bewegungsfreudigen Hunde willkommen. Dementsprechend kunterbunt präsentierte sich das Teilnehmerfeld, in dem vom großen Border Collie über den wuseligen Mischling bis hin zum flinken Zwergpudel alles zu finden war.

"Es sind sogar ein Welpe und ein Hund mit Handicap dabei. Insgesamt bewegt sich die Anmeldezahl in einem guten Bereich, wozu sicherlich auch das Wetter beigetragen hat“, zog Übungsleiterin Tanja Cordt bereits am Mittag ein zufriedenstellendes Zwischenfazit. In zwei Durchgängen traten die Tiere an. Die Zeitnahme erfolgte elektronisch per Lichtschranke. 

Der Star des ersten Laufes wurde Merle, ein zweieinhalbjähriger Labrador-Münsterländer der Familie Lempa aus Affeln. Mit einer Zeit von 4,47 Sekunden hatte ihr Hund klar die Nase vorn. „Wir sind erst zum zweiten Mal dabei. Weil uns die Atmosphäre im vergangenen Jahr so gut gefallen hat, sind wir auch diesmal wieder am Start, hätten aber nicht erwartet, dass wir gleich ganz vorne landen“, zeigten sich die Besitzer überrascht von dem Ergebnis, aber auch mächtig stolz auf ihre „treue Seele“. 

Extra-Motivation an der Ziellinie 

Eine besondere Vorbereitung hat es für Merle nicht gegeben, dafür gab es eine kleine Extra-Motivation an der Ziellinie, wie ihr Frauchen verriet: „Unser Hund liebt den Ball, welchen wir direkt am Ende der Strecke platziert hatten, und sie ist total auf uns fixiert. Wenn wir weggehen, möchte Merle sofort hinterher. Das hat uns heute geholfen.“ 

Wie viele andere Hundebesitzer nutzte auch Nelly Lempa die Pause zwischen den beiden Durchgängen für einen Gang auf den Übungsparcours, wo sie mit ihrem Vierbeiner Hindernisse meisterte und sich auf die zweite Lauf-Runde einstellte. 

Über mehrere Stunden herrschte so ein reges Treiben, bei dem Verpflegungsangebote wie Grillfleisch, Salate und Kuchen für die Verpflegung der Gäste sorgten. Auch eine Rettungshundestaffel war mit einem Stand vertreten und informierte über ihre Arbeit. 

Den Höhepunkt bildete am Ende des Tages die Preisübergabe: Die ersten Drei aus jeder Klasse durften sich über einen Pokal freuen. Aber egal, mit welcher Zeit die Hunde das Rennen abgeschlossen hatten, Urkunden und Leckerli gab es für jeden der Teilnehmer.

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