Kranke Linden werden gefällt

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Die Allee in Lengelsen zeigt sich gerade in herbstlicher Pracht. Der Ruhrverband hat die Bäume auf der Dammkrone (linke Seite) roden lassen. Dadurch hat diese Seite mehr Luft bekommen.

Werdohl - Es hilft alles nichts: Zwei am gefährlichen Brandkrustenpilz erkrankte Linden in der Lengelsen-Allee müssen gefällt werden. Sie sind so stark geschädigt, dass sie abbrechen können. Die beiden Bäume werden in der nächsten Zeit geschlagen und durch neue Anpflanzungen ersetzt.

Der benachbarte Holzofenbäcker Hubert Deitmerg hatte sich für den Erhalt der gesamten Allee stark gemacht. Er sei dort in der Nähe aufgewachsen und habe eine besondere Beziehung zu den Bäumen und der schönen Allee.

Vor einem Jahr schon hatte ein Baumsachverständiger der Stadt festgestellt, das zwei der Linden am Brandkrustenpilz erkrankt seien und gefällt werden müssten. Damals schaltete sich Deitmerg ein und wollte dem nicht einfach nur zusehen. Er befragte einen mit ihm befreundeten Baumexperten, der in einer ersten Stellungnahme andeutete, dass die beiden Bäume eventuell durch eine Pflegemaßnahme zu retten seien.

Die lenneabwärts gelegene Seite der Allee ist Naturschutzgebiet. Hier hat Deitmerg vereinbarungsgemäß eine Schneise geschlagen

Damit löste er einen Expertenstreit mit der Stadt aus, der in dieser Woche endgültig entschieden wurde. Baubetriebshof-Leiter Uwe Bettelhäuser liegt jetzt ein zweites Gutachten des Deitmerg-Freundes vor, der offensichtlich nach eingehender Prüfung davon ausgeht, dass 50 Prozent des Holzgewebes der beiden Bäume vom Krustenpilz befallen sind. Eine aufwändige Pflegemaßnahme würde auch nur ein oder zwei Lebensjahre mehr bringen. Für Bettelhäuser ist deshalb klar: „Die Bäume müssen leider gefällt werden.“

Die Bäume gehören der Stadt, sie sind im Baumkataster erfasst.

Die Stadt könne es nicht verantworten, wenn ein Baum zusammenbrechen würde und ein Mensch Schaden nähme. „Es sind unsere Bäume, wir haben die Verkehrssicherungspflicht“, so Bettelhäuser. Selbstverständlich würden zwei Ersatzbäume gepflanzt. Aus den anderen Bäumen der 80 oder 90 Jahre alten Allee würde das Totholz herausgenommen und Überstände entfernt. Ein größeres Zurückschneiden würde den alten Bäumen nur schaden.

Deitmerg wurde auch in anderen Richtungen tätig. Auf der Seite Richtung Wilhelmsthal rodete er nach Absprache mit den Besitzern eine Schneise, um Luft für die Allee zu gewinnen. Auf der Seite zum Klärwerk wurden ebenfalls Bäume gefällt.

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