„Atmosphärische Störungen“

Detlef Stägert ist sauer.

WERDOHL ▪ Als Detlef Stägert, Vorsitzender der HSV, seinem Ärger am Montag in der Einwohnerfragestunde der Ratssitzung Luft machen wollte, verweigerte Bürgermeister Siegfried Griebsch dem Vorsitzenden der Spielvereinigung das Rederecht. Griebsch verwies auf den Paragraphen 48 der Gemeindeordnung des Landes NRW. Weil der Neuenrader Stägert nunmal kein Bürger der Stadt Werdohl sei, könne er in der Sitzung nicht gehört werden.

Zum Hintergrund: Detlef Stägert ist sauer. Die Stadtverwaltung hat seinem Verein 255,16 Euro in Rechnung gestellt. Die Spielvereinigung soll an einem Wochenende im April ein Element des Aufprallschutzes in der Sporthalle Riesei beschädigt haben. Stägert seinerseits beteuert, dass der Aufprallschutz schon defekt war, als die Handballer in die Halle kamen. Dies habe er schriftlich auch der Verwaltung mitgeteilt.

Stägert kritisiert zudem das weitere Vorgehen der Mitarbeiter im Rathaus. Denn mittlerweile sei ihm eine Mahnung der Verwaltung zugegangen. Einschließlich der Mahngebüren beläuft sich der zu zahlende Betrag mittlerweile auf 263,16 Euro.

Als „befremdlich“ beschreibt der Vorsitzende die Art und Weise, in der die Mitarbeiter im Rathaus vorgegangen seien. Anstatt das Gespräch mit den Verantwortlichen der Spielvereinigung zu suchen, sei einfach eine erneute Zahlungsaufforderung losgeschickt worden.

Mit dieser Mahnung habe die Verwaltung den Weg der „vertrauensvollen Zusammenarbeit“ verlassen, meint Stägert und spricht von „atmosphärischen Störungen.“ „Einfach eine Behauptung aufzustellen und einen Überweisungsträger zusenden; ich möchte denjenigen sehen, der diese Vorgehensweise als gut betrachtet und darauf eingeht“, hat Stägert dem zuständigen Sachberabeiter der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement sowie Bürgermeister Siegfried Griebsch am 20. September per E-Mail geschrieben. Auch den Fraktionsvorsitzenden hat Stägert die Korespondenz mit der Stadt zukommen lassen.

Stägert schreibt in seiner Mail an die Stadt weiter: „Nehmen Sie zur Kenntnis, dass die HSV zum Verursacherprinzip steht, aber nicht für jede Verschleißerscheinung in der Halle (die auch mittlerweile in die Jahre gekommen ist) als Sündenbock und Bezahler zur Verfügung steht.“ Weder Bürgermeister Siegfried Griebsch, noch der zuständige Leiter der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement, Thomas Schroeder, wollten dazu öffentlich Stellung nehmen.

Für den kommenden Dienstag, 2. Oktober, hat Stägert eine Vorstandssitzung der Handballspielvereinigung einberufen. Dann soll es auch um den Haushaltssanierungsplan gehen, der am Montag im Rat beschlossen wurde (wir berichteten). Dann müsse über eine Erhöhung von Mitgliedsbeiträgen und Eintrittspreisen diskutiert werden. Schließlich müsse die HSV die Kosten die künftig für die Hallennutzung anfallen – Stägert rechnet mit 2000 bis 3000 Euro jährlich – kompensieren. Auch die Jahreshauptversammlung des Vereins im November mit Vorstandswahlen solle dann vorbereitet werden. „Ob meine Person für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stehen wird, werde ich nach dieser Sitzung sagen können“, teilte Stägert der Redaktion am Dienstag mit. Die derzeitige Auseinadersetzung mit der Stadt trage bei ihm nicht zum „Lustgewinn“ bei, so Stägert weiter.

Die Situation am Montag in der Ratssitzung hätte nach Ansicht des HSV-Vorsitzenden souveräner gelöst werden können. Schließlich sei es um ein Werdohler Thema geggangen – und die Fraktionen hätten ihm Rederecht eingeräumt.

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