Schulbesuch nur im Notfall

Homeschooling nach den Ferien: Werdohler Schulen sind bereit

Werdohler Schüler müssen jetzt wieder mithilfe des Tablets oder anderer Computer zuhause lernen.
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Werdohler Schüler müssen jetzt wieder mithilfe des Tablets oder anderer Computer zuhause lernen.

Für rund 1750 Werdohler Schüler enden am Montag die wohl längsten Weihnachtsferien ihrer Schullaufbahn: Schon seit dem 18. Dezember haben sie keine Schule mehr von innen gesehen – und für die meisten wird es auch trotz des Ferienendes noch einige Zeit so bleiben.

Werdohl ‒Der Grund: Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat mitgeteilt, dass wegen der anhaltenden Corona-Pandemie der Präsenzunterricht bis zum 31. Januar generell ausgesetzt wird.

Das bedeutet aber nicht, dass nun einfach die Ferien noch einmal verlängert werden. Vielmehr sind die Schüler aufgefordert, sich zuhause den Unterrichtsstoff teils selbst zu erarbeiten und teils die von der Schule gestellten Aufgaben zu erledigen. Die Werdohler Schulen sind, nicht zuletzt durch die bisherigen Erfahrungen in der Pandemie, darauf jedoch bereits eingestellt.

Notbetreuung für die Fünft- und Sechstklässler

An der Albert-Einstein-Gesamtschule wird, wie es der Erlass aus dem Ministerium vorsieht, nur für die Klassen 5 und 6 eine schulische Notbetreuung eingerichtet. Davon solle aber wirklich nur in begründeten Ausnahmefällen Gebrauch gemacht werden, appelliert Schulleiter Sven Stocks auf der Internetseite an die Eltern, ihre Kinder zuhause zu betreuen, zuhause zu betreuen, um so einen Beitrag zur Kontaktreduzierung zu leisten. Die Teilnahme an der Betreuung muss auch am am Freitag, 8. Januar, zwischen 8 und 12 Uhr an der Schule angemeldet werden. „Die Betreuung ist kein Unterrichtsangebot. Teilnehmende Schüler werden die Aufgaben für das Distanzlernen in der Schule bearbeiten und gegebenenfalls an Videounterricht teilnehmen“, betont Stocks.

Zum Problem wird der zunehmende Unterrichtsausfall möglicherweise für die Abschlussklassen dieses Schuljahrs. Deshalb entfallen an der AEG auch nur die Klassenarbeiten, Klausuren und anderen Prüfungen für die Klassen der Unterstufe und für die Oberstufen-Klassen, für die die Schulzeit in diesem Sommer nicht endet. Für die Jahrgänge Q1 und Q2 gelten die festgelegten Klassenarbeits- und Klausurpläne weiter, nur die Anfangszeiten der Arbeiten und Prüfungen können sich noch ändern. Schulleiter Stocks sieht die AEG gut gewappnet, sehnt das Ende des Distanzunterrichts aber dennoch herbei. „Langfristig ist das nicht zu machen. Hoffentlich könne wir ab Februar in den Präsenzunterricht zurückkehren“, sagte er.

System zeitweise überlastet

Für die Realschule ist die Notbetreuung ein untergeordnetes Problem, weil es dort nur noch den sechsten Jahrgang gibt, für den das infrage kommt. Mit ein bis zwei Lehrern soll das Angebot aufrechterhalten werden, zumals Schulleiter Oliver Held nicht mit großem Bedarf rechnet. Sorgen bereitet ihm allenfalls der Distanzunterricht. Bei Videokonferenzen vor Weihnachten habe sich gezeigt, dass die Systeme zeitweise überlastet gewesen seien, was Held darauf zurückführt, dass zeitgleich viele Schulen das Internet und den Server der Kommunikationsplattform Schoolfox genutzt hätten. Am Montag habe sich deshalb das Lehrerkollegium schon getroffen, um den Versand von Lernmaterial an die Schüler per Post vorzubereiten. „Wir nutzen einfach alle Möglichkeiten, unsere Schüler zu erreichen und zu versorgen“, erklärte Held.

Auch an den Grundschulen soll grundsätzlich erst einmal auf Distanz unterrichtet werden. Eine Betreuung in der Schule soll aber möglich sein, wenn Kinder beim Distanzunterricht nicht zu Hause betreut werden können oder wenn sie wegen schwieriger Verhältnisse zuhause in Gefahr sind. Britta Schwarze, Leiterin der evangelischen Martin-Luther-Grundschule, ging am Donnerstag davon aus, dass die Schüler wieder Lernpakete erhalten, die sie zuhause bearbeiten müssen. Das Kollegium sei derzeit damit beschäftigt, diese Pakete zusammenzustellen. Was die Notbetreuung angeht, gelte es abzuwarten, wie groß der Bedarf ist und wie unter den Pandemiebedingungen Lerngruppen gebildet werden könnten. „Uns allen macht Sorgen, wie das nach dem 31. Januar weitergehen soll“, blickte Schwarz über das Monatsende hinaus.

Kompletter Umstieg auf Videounterricht

An der Gemeinschaftsgrundschule mit den Standorten Königsburg und Kleinhammer werde komplett auf Videounterricht umgestiegen, kündigte Schulleiterin Nina Manns an. Dabei seien die Lehrer täglich von 8 bis 12 Uhr erreichbar – telefonisch oder über das Internet. Manns rechnet aber mit technischen Problemen durch überlastete Systeme. „Wir müssen wohl sehr flexibel sein“, ahnt sie, dass die Arbeitstage für die Pädagogen länger werden dürften als üblich. Trotzdem hält sie das Vorgehen für richtig. „Wir müssen den Schritt in die Digitalisierung weitergehen, um die Bildungschancen zu gewährleisten.“

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