Holzklau ist in Werdohl noch die Ausnahme

Wer sein Holz so im Wald liegen lässt muss sich nicht wundern, wenn es Beine bekommt.

WERDOHL ▪ Der Brennholz-Boom hält an. Seit vier, fünf Jahren gebe es eine große Nachfrage nach dem nachwachsenden Brennstoff, berichtet Revierförster Frank Bossong und nennt gleich auch die Kehrseite der Medaille: Es wird geklaut. Nicht viel zwar, aber in den Werdohler Wäldern verschwindet immer mal wieder Holz.

Wer sein Brennholz selber machen will, aber keinen eigenen Wald hat, kommt an Bossong praktisch nicht vorbei: Er kennt die (oft verzwickten) Besitzverhältnisse in den Wäldern rund um Werdohl, er stellt die Sammelscheine aus – und erklärt in dem Zusammenhang den „Selbstwerbern“ auch, wie sie sich am besten gegen Holzdiebstähle schützen: „Nichts liegen lassen, sondern nur soviel zusammentragen, wie man abends dann auch mit nach Hause nehmen kann.“ Eigentlich logisch: Wer sein Holz transportgerecht zurechtgesägt am Wegesrand lagert, präsentiert es Holzdieben sozusagen auf dem Silbertablett.

Der Förster räumt in diesem Zusammenhang auch mit einem weit verbreiteten Irrtum auf. Gelegentlich stößt man in den Wäldern auf Flächen, die schon vor längerer Zeit durchforstet worden sind, auf denen aber noch dicke Äste aus dem so genannten Kronenholz zu finden sind. „Das kann durchaus auch Absicht sein“, erklärt Bossong. Mancher Waldbesitzer lasse so das Holz „vortrocknen“, um es später zu Brennholz zu verarbeiten. Auch in diesem Fall gilt also „Finger weg“.

Die „thermische Verwertung“ findet übrigens längst nicht mehr nur in privaten Öfen und Kaminen statt – Bossong registriert wachsenden Bedarf an Hackschnitzeln, die in Biomasseheizkraftwerken oder auch in größeren Heizungsanlagen beispielsweise an Schulen benötigt werden. Im weiteren Umkreis seien einige solcher Anlagen gebaut worden, für sie werde nun Brennstoff gebraucht. Der steigende Bedarf hat für Waldbesitzer den erfreulichen Effekt, dass die Preise anziehen – auch die für solches Holz, das bisher nur für die Spanplattenproduktion eingesetzt werden konnte und das dementsprechend schlecht bezahlt wurde. Diese Entwicklung beobachtet Bossong schon das ganze Jahr über. ▪ ben.-

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