Gebürtiger Werdohl auswärts

Matthias Hoffmann-Borggrefe aus Werdohl wird Kirchenmusikdirektor

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Matthias Hoffmann-Borggrefe wurde jetzt in Hamburg zum Kirchenmusikdirektor ernannt.

Werdohl - Die erste Kirchenleitung der evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat den Kantor und Organisten der Hamburger Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern Matthias Hoffmann-Borggrefe zum Kirchenmusikdirektor ernannt.

Diesen Beschluss, mit dem die Kirchenleitung die Verdienste des gebürtigen Werdohlers um die Kirchenmusik würdigt, haben Hauptpastor und Propst Dr. Martin Vetter und Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf am Dienstag im Rahmen eines Gottesdienstes zum Reformationsjubiläum in Hamburg bekannt gegeben. Zuvor hatte der Kirchenkreisrat des Kirchenkreises Hamburg-Ost einen entsprechenden Vorschlag befürwortet.

Nach Angaben von Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf (Sprengel Schleswig und Holstein sowie Sprengel Hamburg und Lübeck) studierte der 54-jährige Hoffmann-Borggrefe in Düsseldorf von 1982 bis 1987 Kirchenmusik sowie Posaune und Kapellmeister. Ein Sprengel ist der Wirkungsbereich eines Regionalbischofes. Den Studiengang zum Kapellmeister schloss er 1991 mit Auszeichnung ab. Von 1982 bis 1989 war er Assistent von Kirchenmusikdirektorin Prof. Almut Rössler in Düsseldorf.

Von 1989 bis 2002 hatte Hoffmann-Borggrefe die künstlerische Leitung des Collegium Musicum Ratingen inne und war Kirchenmusiker auf der A-Stelle der evangelischen Matthäi-Kirchengemeinde Düsseldorf.

Seine musikalische Ausbildung begann Hoffmann-Borggrefe jedoch in seiner Heimatstadt Werdohl an der Musikschule Lennetal. Klavierunterricht erhielt er bei Gerd Esser, eine kirchenmusikalische Vorbildung bei Heinrich Ehmann in Hagen.

In Werdohl war Hoffmann von 1980 bis 1989 Leiter des Gemischten Chors und von 1987 bis 1993 Leiter des Kammerorchesters der VHS Lennetal. In Werdohl machte er sich auch mit verschiedenen Aufführungen in der Christuskirche einen Namen: 1982 mit der Schubert-Messe in G, zwei Jahre später mit Mozarts Krönungsmesse und 1987 mit Bachs Johannespassion.

Seit 2002 ist Hoffmann-Borggrefe Kantor und Organist an der Hamburger Hauptkirche St. Nikolai. Mit der 130 Mitglieder zählenden Kantorei St. Nikolai und dem an die Hauptkirchengemeinde angebundenen Kammerorchester Hamburger Camerata gestaltet er mit großem Erfolg ein umfangreiches und vielseitiges Kirchenmusikprogramm. Dieses umfasste Chorkonzerte, oratorische Konzerte, Orchesterkonzerte, kammermusikalische Emporenkonzerte, Orgelkonzerte, sowie Vorträge. Mit dem Kirchenmusikprogramm setzte er immer wieder thematische und am Kirchenjahr orientierte Schwerpunkte.

Von zentraler Bedeutung ist dabei das Werk Johann Sebastian Bachs, dessen Passionen, Weihnachtsoratorium – einschließlich des von Hoffmann-Borggrefe erfolgreich eingeführten „Weihnachtsoratoriums für Kinder“ – sowie verschiedene Kantaten alljährlich aufgeführt werden.

Auch die großen Werke der Klassik und Romantik stehen regelmäßig auf dem Programm des Chores. Darüber hinaus widmet sich der Chor mit besonderem Engagement der Musik des 20. Jahrhunderts. So wurden etwa das „Requiem“, „In terra pax“ und „Golgotha“ von Frank Martin, die „Glagolitische Messe“ von Leos Janácek, Hans Pfitzners „Dunkles Reich“, Zemlinskys Psalmen ebenso aufgeführt wie A-cappella-Werke von Distler, Pepping, Kodály, Schönberg und Poulenc. CD-Einspielungen dokumentieren die Qualität und den Schwerpunkt der Kantorei.

Die bereits 1989 gegründete Seniorenkantorei St. Nikolai hat unter der Leitung von Hoffmann-Borggrefe etwa 100 erfahrene Sänger. Sie wirkt regelmäßig in Gottesdiensten und sonstigen kirchenmusikalischen Veranstaltungen von St. Nikolai mit und ist der größte Chor dieser Art in Hamburg.

„Matthias Hoffmann-Borggrefes ambitionierte Programmgestaltung und künstlerisch tief durchdrungene kirchenmusikalische Arbeit prägt das gottesdienstliche und konzertante Leben der Gemeinde in besonderer Weise und strahlt auch weit darüber hinaus aus“, lobte Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf.

In der Nordkirche wird Hoffmann-Borggrefe einer von 23 Kirchenmusikern im aktiven Dienst sein, die den Titel Kirchenmusikdirektor tragen. Im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche sind es 11.

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