58 von 59 Bewohnern machen mit

Hohe Impfbereitschaft im Haus Versetal

Dr. Hussein Al Shami impfte im Haus Versetal neben den Bewohnern auch 85 Prozent des Personals, hier Kümüs Nazmijé.
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Dr. Hussein Al Shami impfte im Haus Versetal neben den Bewohnern auch 85 Prozent des Personals, hier Kümüs Nazmijé.

Für Susanne Thöne war es ein Geschenk zum 51. Geburtstag, das sie wohl nicht so schnell vergessen wird

Die Leiterin der Senioreneinrichtung Haus Versetal in Werdohl wurde am Dienstag von Dr. Hussein Al Shami gegen das Coronavirus geimpft. Mit ihr der Großteil der Mitarbeiter und fast alle Bewohner des Hauses.

„Ich bin wirklich glücklich, dass wir geimpft werden können“, sagte Thöne spürbar erleichtert. „Die letzten Wochen und Monate waren sehr stressig. Stressiger als beim ersten Lockdown.“ Dazu trug unter anderem bei, dass das Haus Versetal zuletzt Senioren aus den Krankenhäusern aufnehmen musste, die positiv auf das Virus getestet wurden. Dabei war die Einrichtung bis dato ohne nachgewiesene Infektionen durch die Zeit gekommen. Nun habe man trotz dieses Erfolges eine Isolierstation einrichten müssen. Es sei kein schönes Gefühl, beschrieb Thöne. Denn ein Restrisiko bleibe bei allen getroffenen Vorsichtsmaßnahmen.

Dr. Al Shami verabreicht das Pfizer-Biontech-Vakzin

Umso wichtiger war die Impfung, die nun doch für Erleichterung sorge. Die Bereitschaft zur Verabreichung des Impfstoffes war hoch. 58 der 59 Bewohner ließen sich durch Dr. Al Shami das Pfizer-Biontech-Vakzin in den Oberarm spritzen. Einer von ihnen: Klaus Brand. Der 80-jährige Bewohner war nach der Impfung gelassen. Auch vor der Spritze habe er sich keine großen Sorgen gemacht: „Man muss eben vorsorgen“, sagte Brand, dem es wichtig ist, sich vor einer Covid19-Infektion zu schützen. Die Impfung sieht der Senior als einfache Pflichterfüllung: „Wir müssen etwas tun, um wieder zu einem normalen Leben zurückzukehren.“ Er freue sich schon darauf, hoffentlich bald wieder einfach Besuch empfangen zu können. Im Sommer, als man sich noch im Außenbereich der Senioreneinrichtung treffen konnte, waren Bekannte mit ihrem Hund bei dem 80-Jährigen. In der kalten Jahreszeit in das Haus zu kommen, sei ihnen aber zu riskant.

Klaus Brand ist einer der Bewohner der Senioreneinrichtung Haus Versetal, die sich bereitwillig impfen ließen.

Auch beim Personal war die Impfbereitschaft groß: Rund 85 Prozent der Angestellten ließen sich die Spritze setzen. Zu ihnen zählten Kümüs Nazmijé und Dilara Schäfer. „Das war schon alles?“, fragte Schäfer den Arzt überrascht. Von der Verabreichung des Impfstoffs habe sie fast nichts gespürt.

Aufklärungsgespräche treiben Quote nach oben

Bei den 15 Prozent, die sich nicht impfen ließen, habe es nachvollziehbare Gründe gegeben, betonte Susanne Thöne, die dafür Verständnis hatte. „Manche möchten Kinder kriegen, andere sind gerade schwanger – ich kann verstehen, dass man sich da nicht impfen lässt.“ Kein Verständnis hat Thöne für Falschinformationen, die die Impfung betreffen und derzeit in sozialen Medien kursieren. Sie sorgen für Verunsicherung. Im Haus Versetal habe man das unter anderem daran gemerkt, dass die Impfbereitschaft nach den Aufklärungsgesprächen mit Dr. Al Shami von 75 auf 85 Prozent stieg.

Die zweite Impfaktion soll am 9. Februar stattfinden. Angehörige werden gebeten, die Einrichtung an den Impftagen nicht zu besuchen. Welche Lockerungen es nach Abschluss der Impfungen geben wird, sei noch unklar, sagte Thöne. Sie kann sich vorstellen, dass die Schnelltests vielleicht etwas seltener durchgeführt werden.

Auch in den anderen Einrichtungen wird geimpft

In den Tagen zuvor war in Werdohl bereits im Seniorenzentrum an der Stadtklinik geimpft worden. Anschließend folgten das Wichernhaus und in Neuenrade das Evangelische Seniorenzentrum. Am Dienstag war nun das Haus Versetal mit dem ersten Impfdurchgang an der Reihe.

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