Hoffen auf Verdunstung

Christian Brinkmann demonstriert mit einfachen Mitteln die Situation in der Rieseihalle.

WERDOHL ▪ Es ist eine beinahe schon unendliche Geschichte: Die Arbeiten am Flachdach der Dreifach-Turnhalle auf dem Riesei sind inzwischen abgeschlossen, für heute ist die Abnahme durch die Stadt vorgesehen, die nach Lage der Dinge auch nur Formsache sein dürfte – und trotzdem tropft in fast schon „schöner“ Regelmäßigkeit Wasser auf den Hallenboden. Von Rainer Kanbach

Leidtragende waren erneut die Handballer der HSV, deren Verbandsliga-Meisterschaftsspiel am Freitag abgesagt werden musste, und auch bei den Hallen-Kreismeisterschaften der Leichtathleten tropfte es kräftig von oben. Kreative Absperrungen des Gefahrenbereiches sorgten hier allerdings dafür, dass rundum der Sportbetrieb abgewickelt werden konnte.

Was da passiert ist und noch passiert, sind nach wie vor die Folgen des Vandalismus im vergangenen Jahr. So sieht es Fachbereichsleiter Bernd Mitschke. Zuletzt sei auf dem Dach noch ein Einlaufgulli, durch den das Oberflächenwasser abfließen kann, abgedichtet worden. Der dort noch festgestellte Fehler sei nicht erkannt worden. Am Montag seien zudem noch zwei Nahtstellen abgedichtet worden.

Dass trotz aller zusätzlichen Maßnahmen Wasser auf den Hallenboden getropft ist oder noch tropft, hat im Rathaus Rätselraten ausgelöst und schließlich zu der Vermutung geführt, dass es sich hier um Restwasser handelt, das sich aus der Unterkonstruktion in einer Tiefsicke der Trapezbleche seinen Weg gebahnt hat. Weitere, bislang nicht erkannte Mängel an der Dachhaut werden von der Verwaltung ausgeschlossen.

Einzige Möglichkeit, hier Gewissheit zu bekommen, sei die erneute Installierung eines Innengerüstes in der Halle, um von dort aus Bohrungen in die Konstruktion zu setzen, um dadurch das Restwasser frei zu setzen. Darauf allerdings werde aus Kostengründen verzichtet, zumal eventuell auch der Hallenboden zusätzlich Schaden nehmen könnte, so Bernd Mitschke. Vielmehr gilt jetzt die Devise: „Wir hoffen auf Verdunstung.“ Für die Vereine, die die Turnhalle nutzen, ist das allerdings wenig tröstlich, zumal die zitierte „Hoffnung“ mit Unwägbarkeiten verbunden ist.

Insbesondere die HSV ist gebeutelt: Spielabsagen in der Vergangenheit, Zuschauereinbußen durch den provisorischen Sportbetrieb in Plettenberg, erneut eine Spielabsage (mit Gutscheinausgabe an die rund 200 Zuschauer für das nächste Heimspiel/oder Geld zurück), Schiedsrichterkosten und starke Einbußen beim Catering – das sind Hausnummern, die sich spürbar summieren.

Zu leiden hat derweil auch der Schulsport für die benachbarte Haupt- und Gesamtschule. Improvisation ist angesagt, doch die tut beispielsweise dem Sportleistungskursus der AEG so kurz vor dem Abitur überhaupt nicht gut. Und letztlich müssen auch die Mitglieder der Versehrtensportgemeinschaft mit gemischten Gefühlen die Halle nutzen.

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