„Es war höchstens eine Backpfeife“

Gefährliche Körperverletzung lautete der Vorwurf für einen Werdohler am Dienstag beim Amtsgericht in Altena.

WERDOHL ▪ Mit einem äußerst brutalen Verlauf einer Ehe hatte es gestern das Amtsgericht Altena zu tun. Ein 27-jähriger Werdohler musste sich wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung verantworten. Am Ende verließ er den Gerichtssaal mit einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten. Von Jana Peuckert

Laut Anklageschrift hatte der Mann am 5. Dezember vergangenen Jahres unter Alkoholeinfluss die Scheibe der Eingangstür der gemeinsamen Wohnung eingetreten. Drinnen war die Ehefrau gerade dabei, die zwei Wochen alte Tochter zu stillen. Der Angeklagte soll die 30-Jährige mit Tritten und Schlägen malträtiert haben, bis die Polizei vor der Tür stand. Um Ärger mit den Beamten aus dem Weg zu gehen, soll der Werdohler versucht haben, seine Frau dazu zu bringen, die Tür nicht zu öffnen. Ansonsten würde es noch mehr Schläge geben. Weil die Frau weiter Hilfe durch die Polizei verlangte, soll sie weiter von ihrem Mann geprügelt worden sein. Schließlich sollen sich die Beamten selbst Zutritt zur Wohnung verschafft haben.

Am 1. April war es laut Vorwurf erneut zu einer einseitig handfesten Auseinandersetzung zwischen den Eheleuten gekommen. Der Mann soll seine Frau zunächst getreten und geschlagen, später aufs Bett geworfen und mit einem Stuhl beworfen haben. Zudem soll er sein Opfer an den Haaren zu Boden gezerrt und immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand gestoßen haben.

In seiner Einlassung stritt der 27-Jährige gestern das Ausmaß der Streitigkeiten ab: „Ich gebe es ja zu, aber nicht soviel, wie in der Anklage steht. Es war höchstens eine Backpfeife.”

Er habe seine Frau weder mit der Faust geschlagen, noch habe er Gegenstände nach ihr geworfen oder sie getreten.

Warum seine Frau das alles behaupte, könne er sich nur aus einem Grund erklären: „Wahrscheinlich, weil wir eine Scheiß-Ehe hatten.” Das 30-jährige Opfer bestätigte die Vorwürfe. „Ich habe geschrien   – wie immer. Das war ja nicht das erste oder das letzte Mal. Wir haben uns ständig gestritten.” Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Gericht zweifelten nicht an der Aussage der Ehefrau, die zwischendurch in Tränen ausbrach. Der Angeklagte akzeptierte schließlich die Entscheidung.

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