Siebtklässler der Realschule in der Ditib-Moschee

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Die Schüler konnten dem Hodscha in der Moschee jede Menge Fragen stellen.

Werdohl - Terror-Akte islamistischer Extremisten waren am Mittwochvormittag eines der Themen in der Ditib-Moschee an der Freiheitstraße: Siebtklässler der Realschule waren dort zu Gast, um mit Hodscha Özgür Yalçi über den islamischen Glauben zu sprechen.

Auf Initiative von Gülcan Kiraz, sozialpädagogische Integrationskraft an der Realschule, und in Begleitung von Religionslehrer Dietrich Klein hatten die Jugendlichen Gelegenheit, die Moschee zu besichtigen. Begleitet wurden sie zudem von Ayse Tanverd vom Elternverband der Ditib-Moschee. Sie übersetzte gemeinsam mit Gülcan Kiraz die Fragen, die die Schüler dem Hodscha stellten sowie dessen Antworten.

Die Jugendlichen lernten unter anderem die Säulen des Islam und die Bedeutung der Gebetsketten kennen, zudem hatten sie Gelegenheit, einen Gebetsruf zu hören. Aufmerksam verfolgten sie die Erklärungen des Ditib-Gemeindevorstehers, um dann selbst viele Fragen zu stellen – beispielsweise, warum Frauen ein Kopftuch tragen müssen. Özgür Yalçi erklärte, dass eine Frau in der Öffentlichkeit nur Gesicht, Hände und Füße zeigen dürfe. „Der Rest gehört zur Intimspähre, die nur der Ehemann sehen sollte“, übersetzte Tanverd.

Auf die Frage, wie viele Gläube regelmäßig zum Gebet an die Freiheitstraße kämen, zeigte der Hodscha deutliche Unterschiede auf: Zum täglichen Morgengebet versammelten sich circa 35 Menschen in der Moschee, während am Freitagsgebet, das einen besonderen Stellenwert einnehme, mehr als 250 Gläubige teilnehmen würden. „Die Ditib-Moschee ist besser besucht als andere Moscheen in Werdohl“, dolmetschte Kiraz. Religionslehrer Dietrich Klein wollte wissen, ob Christen aus Sicht der Muslime ungläubig seien.

Özgür Yalçi verneinte das: Christen und Juden seien Gläubige, die es zu akzeptieren und respektieren gelte. Die Bibel sei – ebenso wie der Koran – ein Buch, das den Menschen von Gott gegeben sei. Er habe auch die Bibel studiert und viele Gemeinsamkeiten entdeckt, stellte der Hodscha fest. Eine der Grundaussagen des Koran sei: „Alle Menschen sind gleich, es soll zwischen allen Menschen Frieden herrschen.“

Gülcan Kiraz übersetzte in diesem Zusammenhang eine Sure des Koran: „Wer einen Menschen tötet, tötet die ganze Menschheit. Wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Menschheit.“ Die gläubige Muslima war angesichts der Terror-Anschläge in den vergangenen Monaten tief bewegt – und zornig: „Terroristen sind Menschen ohne Herz, ohne Religion und ohne Kultur. Durch ihre Schuld sterben unschuldige Menschen. Das hat nichts mit dem Islam zu tun.“ Ohne Zögern kamen alle Anwesenden ihrer Bitte nach, sich an einer Gedenk-Minute für alle Terror-Opfer zu beteiligen und für die Verstorbenen ein Gebet in arabischer Sprache zu sprechen.

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