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Hochwasseropfer: Feuerwehr Saarbrücken spendet Geld für Flutopfer

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Von: Volker Heyn

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Der Vorsitzende des Fördervereins Freiwillige Feuerwehr Saarbücken St. Johann hat am Dienstag im Versevörder Hof einen Spendenscheck an die Witwe des beim Hochwassereinsatz verstorbenen Werdohler Feuerwehrmannes übergeben.
Der Vorsitzende des Fördervereins Freiwillige Feuerwehr Saarbücken St. Johann hat am Dienstag im Versevörder Hof einen Spendenscheck an die Witwe des beim Hochwassereinsatz verstorbenen Werdohler Feuerwehrmannes übergeben. © Volker Heyn

Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Saarbrücken spendete für die Flutopfer. Denn das Ausmaß des Juli-Hochwassers ist bis heute in einigen Bereichen in Werdohl zu spüren.

Werdohl/Altena – Gut vier Monate ist es her, dass in Werdohl und Altena zwei Feuerwehrleute beim Hochwassereinsatz ums Leben kamen. Am Dienstag übergaben vier Männer und eine Frau des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Saarbrücken St. Johann im Versevörder Hof in Werdohl einen Spendenscheck an die Witwe des verstorbenen Werdohler Feuerwehrmannes.

Mit dabei waren die engsten Freunde und Kameraden des Mannes. Am Vormittag hatte die Delegation aus Saarbrücken einen Scheck mit derselben Summe an den Altenaer Feuerwehr-Chef Alexander Grass überreicht. Er wird das Geld an die Witwe des verstorbenen Feuerwehrmannes der Löschgruppe Rosmart übergeben.

Hochwasseropfer: Feuerwehr Saarbrücken spendet Geld für Flutopfer

Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Saarbrücken für den Stadtteil St. Johann hatte direkt nach der Flutkatastrophe um Spenden für Flutopfer gebeten. Auf diese Weise kamen 12.000 Euro zusammen. Als das Geld beisammen war, überlegte sich der Förderverein, wer Nutznießer dieser Spenden werden sollte.

Hans Ferner, Vorsitzender des Fördervereins aus Saarbrücken, sprach über die damalige Zeit: „Wir müssen was tun.“ Die Spendensumme sollte aber nicht in irgendwelchen anderen unspezifischen Hilfen einmünden, sondern die Saarbrückener wollten das Geld ganz konkret jemandem zukommen lassen. So entstand die Idee, es den Witwen und Familien der insgesamt vier im Hochwassereinsatz umgekommenen NRW-Feuerwehrleuten direkt zu geben.

Die Delegation war in dieser Mission am Dienstag zunächst in Altena und später in Werdohl. Nach einer privat finanzierten Übernachtung in Plettenberg gab es am Mittwoch noch zwei Spendenübergaben in Nettersheim und im Ahrtal.

Feuerwehr Saarbrücken übergibt Geld an Flutopfer

Bei der Übergabe am Dienstag im Versevörder Hof waren auch die engsten Freunde und Kameraden aus dem Löschzug Stadtmitte anwesend, um ihre Solidarität mit der Witwe und deren Sohn auszudrücken. Ganz nebenbei erfuhren die Werdohler Feuerwehrleute etwas über den Brandschutz im kleinen Bundesland Saarland. Nur in der Stadt Saarbrücken mit ihren 172 000 Einwohnern gibt es eine hauptamtliche Feuerwehr, die auch da von ehrenamtlichen Kräften unterstützt wird. Im Saarland ist das die einzige Berufsfeuerwehr. Brandschutz ist auch dort eine Sache von Tradition und Kameradschaft, die Freiwillige Feuerwehr St. Johann besteht seit 160 Jahren. Um der Wehr außerhalb der Finanzierung durch das Land Ausrüstung zu beschaffen, wurde vor langer Zeit ein Förderverein gegründet. Die 75 Mitglieder hatten eine fünfköpfige Delegation nach Nordrhein-Westfalen geschickt.

Der 52-jährige Werdohler Feuerwehrmann war am Katastrophentag gegen 19 Uhr an einer Einsatzstelle in Elverlingsen in der Nähe der Bundesstraße zusammengebrochen. Über die überfluteten und verschütteten Straßen konnte keine Hilfe kommen, so wurde ein Rettungshubschrauber gerufen. Gut eine Stunde wurde zunächst durch die Kameraden und dann durch Kräfte des Rettungshubschraubers versucht, den Mann zu reanimieren.

46 Jahre alt war der Feuerwehrmann, der bei einem Hochwasser-Einsatz in Altena in der Nette ums Leben kam. Ein Mann war dort ins stark strömende Wasser geraten. Feuerwehrleuten gelang es, ihn aus den Fluten zu retten. Beim Wiedereinstieg ins Einsatzfahrzeug fiel der 46-jährige Feuerwehrmann ins Wasser und wurde von der Strömung mitgerissen. Er konnte kurze Zeit später nur noch tot geborgen werden.

Unter großer Anteilnahme wurden beide Männer in ihren Heimatorten zu Grabe getragen.

Erst im August zahlte die Stadt Werdohl erste Spendengelder an Flutopfer aus.

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