Hochwasser-Alarm für Löschzüge Eveking und Stadtmitte

Der überflutete Trog

WERDOHL ▪ Der seit Freitag lang anhaltende Starkregen sowie das schlechte Wetter in den Tagen zuvor sind auch in Werdohl nicht ohne Folgen geblieben. Die Lenne, Verse und zahlreiche Nebenbäche sind über die Ufer getreten. Für die Feuerwehr deutete sich damit ein arbeitsreiches Wochenende an, doch unter dem Strich betrachtet kann man sagen: „Werdohl ist noch einmal davongekommen“ – so das Fazit von Wehrleiter Manfred Theile, der angesichts der Prognosen – 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter – Schlimmes befürchtet hatte.

Davongekommen – diese Feststellung trifft allerdings nicht für den unter Denkmalschutz stehenden Ahehammer auf Herscheider Gebiet zu. Der nämlich wurde bereits am Samstagmorgen völlig überflutet. Das Ausmaß des Schadens ist noch nicht absehbar. Die Räume, so Schmiedemeister Alfred Hinsching, der das Szenario mit Entsetzen verfolgte, müssten schnellstens gründlich getrocknet werden, denn durch eventuell bald aufkommenden Frost müssten weitreichende, negative Folgen befürchtet werden.

Weniger dramatisch stellte sich die Hochwasser-Situation im Werdohler Stadtgebiet dar, obwohl der Lennepegel von Samstag auf Sonntag bis Mitternacht rasend schnell auf 2,75 Meter angestiegen war.

Bereits am frühen Samstagnachmittag mussten Kräfte des Löschzuges Stadtmitte zum evangelischen Gemeindehaus an der Freiheitstraße ausrücken. Dort war der Keller durch ein Oberlicht sturzartig voll Wasser gelaufen, das aus einem Ablauf aus dem Grundstück des ehemaligen Schwesternheimes an der Schulstraße stammte.

Wenig später gab es Alarm für die Einsatzkräfte des Löschzuges in Eveking. Nachdem der sonst harmlose Deitenbecke-Bach einen Durchfluss im Einmündungsbereich Blumen- und Uferstraße mit Geröll und Gehölz verstopft hatte, floss das Wasser in Strömen über die Kreuzung. Allein dieser Einsatz dauerte vier Stunden; dann war die Situation bereinigt.

Fast parallel zu den Bemühungen in Eveking wurde der Trog unter der Stadtbrücke durch den Bauhof vorsorglich gesperrt; wenig später wurden an der vorderen Goethestraße die Schwallwände errichtet, die ein Überfluten der Straße verhindern sollten. Nicht befestigte Bänke auf dem Spielplatz sowie die Papier- und Glascontainer am Parkplatz wurden an sichere Standorte gebracht, Autos aus der Gefahrenzone entfernt und Anwohner darüber informiert, wichtige Dinge aus Kellern und Geschäftsräumen zu sichern.

Das alles geschah frühzeitig, so Feuerwehr-Chef Manfred Theile, um nicht in der Dunkelheit überracht zu werden.

Eine gute Entscheidung: Ab 19.30 Uhr lief der Trog voll Wasser. Der Pegel stieg ständig. Das führte dazu, dass auch die B 236 in Höhe der ehemaligen Firma Jakob in Dresel überflutet wurde. Nachdem die Feuerwehr hier die Gullies „gezogen“ hatte, konnten die Wassermassen abfließen. An der Neuenrader Straße wurde ebenfalls noch ein Abflussrohr freigeräumt. Danach gab es keinen Alarm mehr.

Rund 40 Feuerwehrleute der Löschzüge Stadtmitte und Eveking waren an den Einsätzen beteiligt. Die Einheiten Kleinhammer und Brüninghaus wurden in Bereitschaft gehalten, um auf frische Kräfte zurückgreifen zu können, wenn es erforderlich gewesen wäre.

Zudem stellte Werdohl eine Bereitschaft für Neuenrade, dessen Blauröcke zur Unterstützung in Iserlohn im Einsatz waren. ▪ -ka

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