Dr. Selma Uygun schließt ihre HNO-Praxis in Werdohl

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Die HNO-Ärztin Dr. Selma Uygun schließt ihre Praxis an der Werdohler Freiheitstraße.

Werdohl - Nach neun Jahren als niedergelassene Hals-, Nasen- und Ohrenärztin schließt Dr. Selma Uygun zum 31. August aus privaten Gründen ihre Praxis an der Freiheitstraße.

„Es war eine schöne Zeit. Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt und möchte mich bei meinen Patienten bedanken“, sagt die 41-jährige Medizinerin, die sich nach eigener Aussage mit einem weinenden und einem lachenden Auge verabschiedet.

„Als ich die Praxis von Dr. Reza Mahdawi übernahm, habe ich eine Verbundenheit mit der Stadt aufgebaut. Deshalb werde ich meine Wurzeln im Sauerland nie verlieren. Ich liebe die Bodenständigkeit der Menschen hier und die tolle Landschaft.“

Von der Bergstadt an den Rhein

Sieben Jahre war Selma Uygun Oberärztin im Klinikum Hellersen. Bis vor vier Jahren wohnte die gebürtige Gummersbacherin in Lüdenscheid. Doch nach dem Umzug mit ihrer Familie zurück ins Rheinland sei es sehr nervenaufreibend gewesen, mit Wohnsitz in Köln in Werdohl die Praxis aufrecht zu halten. Sie habe sich zu diesem Schritt entschieden, um mehr Zeit mit ihren beiden acht und zehn Jahre alten Kinder verbringen zu können. „Ich werde zukünftig in Düsseldorf nur noch halbtags praktizieren, um meinen familiären Pflichten nachzukommen“, sagt die Ärztin, die sich durch zahlreiche Fortbildungen auf ästhetische Behandlungen spezialisiert hat.

Vier Jahre Nachfolger gesucht

Dass mit ihrem Weggang eine weiteres Loch im ohnehin schon dünnen Fachärzte-Netz in der Stadt entsteht, dessen ist sich die Medizinerin bewusst. „Für Werdohl tut es mir leid. Ich habe mich sehr bemüht, einen Nachfolger für mich an diesem Standort zu finden“, erklärt Selma Uygun. Doch sie habe keinen Erfolg gehabt. „Seit vier Jahren bin ich auf der Suche nach einem neuen Arzt. Ich habe mit der Kassenärztlichen Vereinigung gesprochen, Anzeigen geschaltet und auf Fortbildungen Werbung gemacht. Doch niemand möchte auf dem Land praktizieren.“ Vor gut vier Wochen sei ihr ein Bewerber abgesprungen, auf den sie sich verlassen hatte. Bei ihrem Abschied stellt sich Selma Uygun die Frage, wie es mit dem Mangel an Fachärzten in Werdohl weiter geht – eine Antwort findet die Medizinerin aber nicht.

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