Mit Hitze und Kokoswasser gegen Unkraut

Das Verfahren der Unkrautbekämpfung wird vorgeführt.

WERDOHL ▪ Auf dem Bolzplatz an der Goethestraße roch es am Dienstag nach heißem Wasser und milder Seife. Uwe Bettelhäuser, stellvertretender Leiter des Baubetriebshofs, ließ sich vorführen, wie man ökologisch korrekt gegen Löwenzahn und anderes Wildkraut vorgehen kann.

Auf öffentlichen Plätzen ist bekanntlich der Einsatz von Herbiziden bei der Unkrautbekämpfung verboten – und als Bettelhäuser in einer Fachzeitschrift einen Beitrag über ein Heißwasser-Schaumverfahren (HWS) las, rief er bei der Firma ipros in Iserlohn an.

Nach einer kleinen Probevorführung vor Wochen wurde Dienstag in großem Stil der Bolzplatz behandelt. Ipros-Prokurist und Gesellschafter Patrik Schneegaß persönlich war mit einem Mitarbeiter und den Gerätschaften auf einem Wagen nach Werdohl gekommen, um den 750 Quadratmeter großen Platz einzuschäumen. Das Verfahren ist recht simpel: Ein Brenner erhitzt Wasser bis auf 96 Grad, dazu wird ein Schaumgemisch gegeben. Das heiße Wasser kommt mit 90 Grad an die Pflanzenoberfläche und wirkt dort rund 90 Sekunden ein. Bei mindestens 42 Grad denaturiert das Pflanzeneiweiß und vergeht. Damit die Hitze nicht zu schnell verfliegt, wird ein isolierender Schaum aufgebracht. Der Schaum besteht aus Kokosextrakten, ist vollständig biologisch abbaubar und zudem nicht süß, so dass keine Insekten angelockt werden. Die oberirdischen Pflanzenteile verwelken sofort, ein Nachwachsen ist durch das Abtöten der oberen Wurzeln stark behindert. Nach drei oder vier Behandlungen im ersten Jahr soll der Unkrautwuchs wesentlich eingedämmt sein.

Bettelhäuser hatte am Dienstag auch Vertreter aus Altena, Neuenrade und Plettenberg eingeladen, sich die Sache anzuschauen. Gemeinsam könnten die Städte überlegen, die Gerätschaften anzuschaffen, meint Bettelhäuser. Eine Möglichkeit wäre auch, dass ein Dienstleister die Technik kauft und samt Service den Kommunen anbietet. http://www.ipros.de

Volker Heyn

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