Historischer Möbelkofferlastzug in 1:87

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In Anlehnung an diesen Opel Blitz aus dem Fuhrpark des Transportunternehmens Schlotmann wurde die neueste Kreation von Wiking herausgebracht.

WERDOHL - Die Sammler von historischen Fahrzeugen im Miniaturformat 1:87 können sich freuen: Neben einigen anderen Neuheiten hat die Wiking-Modellbau GmbH aus Lüdenscheid – wie vor ein paar Monaten angekündigt – ihre Schlotmann-Serie erweitert. Diesmal handelt es sich um einen Möbelkofferlastzug von Mercedes (MB L 2500), der im Original Ende der 40er- bis in die 50er-Jahre hinein auf Deutschlands Straßen unterwegs war.

Das Modell befindet sich seit ein paar Tagen im Vedes-Spielzeug-Fachhandel und ist auch in Holland, Luxemburg und Österreich erhältlich. Die Auflage ist wieder limitiert und nach den Erfolgen der anderen, historischen Fahrzeuge ist damit zu rechnen, dass auch diese Serie relativ schnell vergriffen sein wird.

Während das erste Möbelkoffer-Gespann (ebenfalls von Mercedes, Baujahr 1977) und auch der VW-Käfer 1200 mit Anhänger aus dem Jahr 1955 tatsächlich als Originale noch bei der Werdohler Firma Schlotmann im Einsatz sind, hat es das Original des jetzt herausgebrachten Modells in Dresel nie gegeben. Allerdings ist die Front der Mercedes-Zugmaschine dem aus dem Jahr 1924 stammenden Opel Blitz nachempfunden, der bei „Antek“ auf dem Hof steht und wie alle anderen Oldtimer noch fahrbereit ist. Eines seiner besonderen Kennzeichen: Auf dem Dach des Führerhauses befindet sich ein gelbes, umklappbares Dreieck, das – wenn es denn aufgerichtet war – den entgegenkommenden Autofahrern signalisieren sollte, dass der Lastwagen mit mindestens einem Anhänger unterwegs war.

Der Opel Blitz, so Wiking Mitarbeiterin Natalie Spitzer, wäre von der Form her als Modell nicht realisierbar gewesen. Es fehlte das erforderlich Werkzeug, das nur mit einem Kostenaufwand zwischen 80 000 und 100 000 Euro hätte bereitgestellt werden können. Das wiederum hätte zur Folge gehabt, dass dieses Modell pro Stück zwischen 50 und 60 Euro gekostet hätte. Ein Preis, der bei den Kunden nicht realisierbar gewesen wäre, so Natalie Spitzer. Die jetzige Schlotmann-Version kostet pro Gespann 29,99 Euro.

Der Mini-Oldtimer basiert auf einer Mercedes-Lkw-Version, deren Aufbau bei Zugmaschine und Anhänger in einer Holzstab-Bauweise realisiert und im Modell auch entsprechend gut herausgearbeitet wurde. Natürlich ist auch dieses Kleinod der großen Wiking-Flotte mit dem kompletten Firmen-Namenszug „Anton Schlotmann“ einschließlich Ortsangabe und Telefonnummer versehen, sodass Gerd Schlotmann durchaus wieder damit rechnen muss, dass er – wie nach den anderen Modellen schon geschehen – von weither angerufen wird.

Ein besonderes Augenmerk darf auf den Anhänger dieses Möbelkofferlastzuges gerichtet werden, denn wie im Original, so ist auch die Miniatur an der Front mit einem Personalraum für fünf bis sechs Möbelpacker versehen. Die Realität war in den 1940er Jahren freilich absolut unromantisch. Den Leuten, die den Raum über ein Türchen über dem rechten, vorderen Zwillingsreifen erreichen konnten, stand eine Holzbank zur Verfügung; eine Heizung für Fahrten im Winter gab es nicht – völlig unkommod also.

Bei den bisher von Wiking herausgebrachten Schlotmann-Modellfahrzeugen wird es allerdings nicht bleiben, verriet Natalie Spitzer. Ein weiteres Modell befinde sich bereits in der Vorbereitung. Allerdings wollte sie noch nicht verraten, um welches Fahrzeug es sich dann handeln wird. Wer sich allerdings auf dem Gelände des Transportunternehmens Schlotmann in Dresel umschaut, wird sehr schnell feststellen, dass es dort noch eine Vielzahl von Oldtimern gibt, die es durchaus wert sein können, auf das Maß von 1:87 reduziert zu werden. Vermutlich wird es aber gut ein Jahr dauern, bis Wiking seine neueste Kreation präsentieren.

Von Rainer Kanbach

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