Hilfstransport auf eigene Faust

Andreas Weihl (rechts) hat auf eigene Faust einen Hilfstransport in das vom Hochwasser betroffene Bad Schandau organisiert. Dietmar Müller begleitete den Werdohler während der Tour.

WERDOHL - „Schon als unsere Kinder noch klein waren, haben wir in dieser schönen Region Urlaub gemacht“, sagt Andreas Weihl – und präsentiert Fotos von der eindrucksvollen Landschaft im Elbsandsteingebirge. Doch als jetzt das Elbe-Hochwasser auch die Region um seinen Urlaubsort Bad Schandau verwüstete, sorgten die entsprechenden Fotos und Filme auch bei Weihl für Betroffenheit – und nicht nur das: Spontan beschloss der Werdohler auf eigene Faust einen Hilfstransport zu organisieren.

Von Carla Witt

Weihl wandte sich mit seinem Anliegen unter anderem an die Verantwortlichen der Evangelischen und der Katholischen Kirchengemeinden in Werdohl – mit Erfolg: „Beide haben zu Sachspenden aufgerufen und es kamen dann auch einige zusammen“, berichtet der Werdohler. Zudem sei in der Kreuzkirche auf der Königsburg und in der Friedenskirche Eveking eine Kollekte erfolgt, um den Hilfstransport des Werdohlers zu unterstützen. „Das Geld war für eine Waschmaschine für den Kindergarten ,Die Elbspatzen’ bestimmt“, berichtet Andreas Weihl.

Um diese Maschine – die der Hersteller dem Werdohler zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellte – finanzieren zu können, kam allerdings nicht genug Geld zusammen. Folglich überlegte sich der Werdohler, der bei VDM tätig ist, weitere Aktionen: „Ich habe meine Kollegen und andere Mitarbeiter der Firma VDM angesprochen“, berichtet er im Gespräch mit dem Süderländer Volksfreund. Auch hier stieß er auf Hilfsbereitschaft.

Unterstützung gewährten ihm zudem einige Werdohler Geschäftsleute – allen voran Dirk Middendorf, Geschäftsführer der Firma Elektro Meschede. „Er stellte den Transporter und eine Tankfüllung für die Hinfahrt zur Verfügung“, betont Weihl – und bedankt sich auch bei Dietmar Müller, einem Mitarbeiter der Firma Meschede: „Er war sofort bereit beim Beladen zu helfen und mich in seiner Freizeit nach Bad Schandau zu begleiten.“ Als weitere Sponsoren konnte der 47-Jährige die Verantwortlichen der Württembergischen-, Allianz- und Provinzial-Versicherungen in Werdohl gewinnen, sowie die Firma EP Schröder, Juwelier Holtschmidt, die Werdohler Familie Wonnenberger und Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg. Eine weitere Sachspende, einen neuen Teppich, steuerte der TT-Markt Elverlingsen bei. Zur kostenfreien Bereitstellung von Elektro-Installationsmaterial konnte der Werdohler die Verantwortlichen der Firma Busch-Jäger aus Lüdenscheid gewinnen.

Nachdem sich Weihl um den Transporter, die Spenden und die Finanzierung der Fahrt gekümmert hatte, konnte es im Juli losgehen. Beim Beladen des Fahrzeugs und dem Sichern der Ladung halfen neben Dietmar Müller auch einige Nachbarn des Werdohlers. Zuvor hatte Schreiner Marc Schütt den 47-Jährigen bei der Abholung der Sachspenden unterstützt. „Dann konnten wir endlich starten“, erinnert sich Weihl an einen Freitagnachmittag Ende Juli.

Knapp 600 Kilometer mussten die Werdohler hinter sich bringen, bevor sie samstagmorgens in Pirna ankamen. „Dort war die Sammelstelle für Spenden eingerichtet“, sagt der Werdohler – und erzählt weiter: „Die Hochwasser-Geschädigten konnten sich dort mit einer entsprechenden Bescheinigung ihrer Heimatgemeinde Sachspenden abholen.“ Die neu erworbene Waschmaschine und einen Teil der Sachspenden lieferten Andreas Weihl und Dietmar Müller direkt in der Einrichtung „Elbspatzen“ ab, wo sich Peggy Lehmann, die Leiterin des Kindergartens sehr über die Hilfe aus dem Sauerland freute. Nach einer Übernachtung in einem Ferienhaus – die den Werdhohlern von der Gemeindeverwaltung von Bad Schandau gesponsert wurde – fuhren die beiden sonntagmorgens zurück nach Werdohl.

Rückblickend ist Andreas Weihl sehr zufrieden, alle Spenden an ihren Bestimmungsort gebracht zu haben. „Aber für eine Einzelperson war es schon eine Menge Arbeit“, zieht er Bilanz.

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