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Hilfe für andere: Warum sich Jugendliche in der Feuerwehr engagieren

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Von: Ilka Kremer

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Jeden Freitag treffen sich die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr, um sich Wissen über Brandschutz und Feuerwehrtechnik anzueignen.
Jeden Freitag treffen sich die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr, um sich Wissen über Brandschutz und Feuerwehrtechnik anzueignen. © Ilka Kremer

Statt den Wehrdienst zu leisten, hatte er sich damals für eine achtjährige Tätigkeit beim Katastrophenschutz entschieden. Seitdem brennt Björn Klüppelberg für die Freiwillige Feuerwehr – und vor allem für die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen. Denn für sie engagiert sich der heute 40-Jährige bereits sein halbes Leben lang. Zum Dank dafür erhielt Klüppelberg, der 2001 als Betreuer begann und seit 2018 die Werdohler Jugendfeuerwehr leitet, jetzt die Ehrennadel in Silber.

Werdohl ‒ Diese Auszeichnung des Deutschen Feuerwehrverbandes ist für Menschen bestimmt, die in ihrem Ehrenamtsbereich besonders aktiv und erfolgreich die Aufgaben und Ziele der Feuerwehr fördern.

Björn Klüppelberg freut sich sehr über diese Würdigung – und das schmucke Stück hat bei ihm zuhause bereits unter anderen Auszeichnungen rund um sein Ehrenamt einen würdigen Platz gefunden. Die Feuerwehr, das ist sein Leben. Und das will er sich auch gar nicht anders vorstellen. Obwohl es ein großes privates Opfer bedeutet: „2019 habe ich 268 Stunden für die Jugendfeuerwehr aufgebracht“, erzählt er. „Da sind die anderen Dienste und Aufgaben als Hauptbrandmeister noch nicht mitgezählt.“

Björn Klüppelberg,  Jugendfeuerwehrwart in Werdohl.
Björn Klüppelberg, Jugendfeuerwehrwart in Werdohl. © Ilka Kremer

2019, das war das Jahr vor der Corona-Pandemie, die in 2020 und 2021 dann nur beschränkt Aktivitäten der Jugendfeuerwehr zuließ. „Seit April dieses Jahres starten wir wieder voll durch“, erklärt der Jugendfeuerwehrwart.

Ehrenamt seit 21 Jahren

Warum er dieses Ehrenamt seit 21 Jahren so gerne ausübt, erklärt er so: „Es ist faszinierend, dass die Mädchen und Jungen, das alles lernen wollen, um Feuerwehrfrau/Feuerwehrmann zu werden. Und ich finde es spannend, ihnen das beizubringen, was ich selbst einmal gelernt habe.“ Jeden Freitag von 17.30 bis etwa 20 Uhr kommen die Jugendlichen in die Feuerwache an der Schulstraße, um Dienstvorschriften sowie Geräte- und Fahrzeugkunde zu pauken. Morgens Schule und abends also jede Menge Feuerwehr-Theorie. „Das macht mir nichts, ich lerne gerne“, versichert Michelle. Die 17-Jährige ist seit fünf Jahren in der Jugendfeuerwehr. „Ich möchte Menschen helfen und in die Fußstapfen meines Vaters treten“, sagt das taffe Mädchen mit dem blonden Pferdeschwanz, das keinerlei Probleme mit den männlichen Kameraden hat. „Hier nimmt mich jeder ernst.“

Praktische Übungseinheiten

Neben der Theorie gibt es natürlich auch praktische Übungseinheiten. Die Jugendlichen üben Knoten, lernen Schläuche auszurollen und zu kuppeln sowie das Aufstellen einer Leiter. Sie erfahren, welches Fahrzeug im Ernstfall welche Aufgaben übernimmt, und welche wichtigen Gerätschaften sich auf den verschiedenen Einsatzfahrzeugen befinden. Zudem gibt es kleine Probeeinheiten, bei denen simulierte Feuer gelöscht werden müssen. Unterstützt wird Björn Klüppelberg bei all diesen Aufgaben von seinem zehnköpfigen Betreuerteam. „Derzeit sind 33 Mädchen und Jungen im Alter von elf bis 18 Jahren in der Gruppe. Nur mit einer ausreichenden Anzahl an Betreuern können wir allen gerecht werden“, verdeutlicht Klüppelberg. Mit diesem starken Team hat der Jugendfeuerwehrwart bereits viele Ausflüge und Freizeiten für die Jugendlichen organisiert. „Wir waren schon in Amsterdam, Berlin, München oder Berchtesgaden“, erzählt Klüppelberg, der sehr stolz ist auf seine engagierten Mitstreiter.

Gemeinschaft und Kameradschaft

Feuerwehr, das bedeute vor allem Gemeinschaft und Kameradschaft. „Ohne das geht es nicht. Denn wir müssen uns aufeinander verlassen können“, macht der 40-Jährige deutlich. Dieses Miteinander schätzt Yannik sehr an seinem Ehrenamt. Der 15-Jährige ist seit circa einem Jahr bei der Jugendfeuerwehr und sehr glücklich über diese Entscheidung. „Ich habe hier gelernt, was es heißt, jemandem vertrauen zu können. Ich habe neue Freunde gefunden und viel Spaß in der Gemeinschaft“, sagt Yannik. Sein Ziel für die Zeit nach der Schule: „Ich will auf jeden Fall zur Berufsfeuerwehr.“

„Mädchen und Jungen, die sich ebenso in der Jugendfeuerwehr Werdohl engagieren möchten, sind bei uns jederzeit willkommen“, erklärt Jugendfeuerwehrwart Klüppelberg. Interessierte gehen einfach freitags um 17.30 Uhr in die Feuerwache oder erkundigen sich zunächst eingehender beim Leiter der Feuerwehr Werdohl, Kai Tebrün, unter Tel. 0 23 92/91 72 51.

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