Neue Initiative will Flüchtlingen helfen

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Ulrike Schiller von der Tafel, Ilona Beeck von der Caritas, Sigrid Schmale, Ingeborg Vizkelety, Petra Yazigi, Ute Zorn, Petra Seuster vom Sozialamt, Evangelia Kasdanastassi vom Diakonischen Werk und Lothar Jeßegus, Flüchtlingshilfe-Beauftragter der Evangelischen Kirchengemeinde wollen Deutschkurse für Flüchtlinge anbieten.

Werdohl - Unter dem Leitgedanken „Hinsehen, hingehen, hinhören, helfen“ möchte eine neue Initiative Flüchtlingen in Werdohl Hilfe anbieten. Entstanden ist das Projekt "Flüchtlingshilfe Werdohl" durch einen Impuls aus dem Ökumeneforum.

„Durch die Medien erreichen uns täglich erschreckende Bilder und neue Nachrichten über Leid und Elend in vielen Kriegs- und Krisengebieten unserer Welt, von ermordeten oder gar hingerichteten Menschen, von zerbombten Häusern und Städten, von Menschen auf der Flucht und überfüllten Flüchtlingslagern“, schreiben die Initiatoren in einer Pressemitteilung. „Einige dieser verfolgten Menschen haben es geschafft, in Europa Zuflucht zu finden. Auf ihrem Weg zu uns haben sie oft unglaubliche Strapazen erlitten und kommen nicht selten stark traumatisiert hier an.“

Rund 130 von ihnen lebten derzeit in Werdohl als Asylbewerber. „Von ihren Sorgen und Ängsten erfahren wir nur wenig. Sie leben unter uns, bleiben aber mehr oder weniger anonym. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie heimatlos geworden sind“, heißt es weiter in der Mitteilung.

Die meisten Flüchtlinge verfügten nur über geringe oder gar keine Kenntnisse der deutschen Sprache und stünden auch deshalb ihrer neuen Situation und der fremden Umgebung oft hilflos gegenüber. Ein rechtlicher Anspruch auf Deutschkurse bestehe für viele zunächst nicht. „In ihrer Situation sind sie auf Hilfe und gelebte Mitmenschlichkeit angewiesen. Was sie vor allem brauchen, sind Gesten der Wertschätzung und das Gefühl des Willkommenseins“, schreiben die Initiatoren.

Sie wollen die Betroffenen in den Flüchtlingsunterkünften aufsuchen, um sich ein Bild von den Sorgen und Bedürfnissen zu machen. Außerdem wollen sie Begegnungen zwischen den Hilfesuchenden untereinander sowie zwischen Hilfesuchenden und ehrenamtlichen Helfern ermöglichen. Die aus den Gesprächen gewonnenen Informationen sollen genutzt werden, um Hilfskonzepte zu erarbeiten und umzusetzen. Hauptamtliche Mitarbeiter von Organisationen aus der Region wollen dafür mit Ehrenamtlichen kooperieren.

Wer bei dem Projekt „Flüchtlingshilfe Werdohl“ mitmachen möchte und bereit ist, sich nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten einzubringen, kann sich zunächst beim Beauftragten für Flüchtlingshilfe der Evangelischen Kirchengemeinde, Lothar Jeßegus, unter Tel. 0 23 92 / 7 01 62 melden. Er erteilt auch weitere Auskünfte. Eine kleine Gruppe von Interessierten ist bereits zusammenkommen. Diese möchte sich unter der Leitung des Diakonischen Werkes speziell um die Förderung der Sprachkompetenz der Flüchtlinge kümmern.

Außerdem soll ein Netzwerk aufgebaut werden, in dem alle Akteure zusammenwirken, die in Werdohl und in der Region Hilfe für Flüchtlinge anbieten. Die ersten Kontakte hierzu wurden bereits aufgenommen. Sobald konkrete Vereinbarungen getroffen worden sind, wird die Öffentlichkeit umfassend über die Arbeit des Netzwerkes unterrichtet.

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