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Hier soll das erste alkoholfreie Restaurant im MK entstehen

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Von: Volker Griese

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Im rustikalen Ambiente auf Rentrop möchte Manfred Stell möglichst bald den „Landgasthof Stells“ eröffnen.
Im rustikalen Ambiente auf Rentrop möchte Manfred Stell möglichst bald den „Landgasthof Stells“ eröffnen. © Volker Griese

Das klingt nach einem spannenden Experiment: In dem Gastronomiebetrieb, der früher einmal als „Landhaus Stiefelknecht,“ dann als „Ausserhalp“, als „Culo del Mondo“ und zuletzt als „Sillis Landhaus“ bekannt war, soll ein neues Restaurant eröffnen – komplett alkoholfrei.

Werdohl ‒ Nachdem das Gastronomiekonzept der letzten Pächter trotz Unterstützung durch den Fernsehkoch Frank Rosin gescheitert war, hatten die Besitzer der Immobilie eine weitere Nutzung als Gaststätte ausgeschlossen. Dass nun doch wieder ein Restaurant dort einziehen soll, ist auf einen zwischenzeitlichen Besitzerwechsel zurückzuführen – und auf das Interesse von Manfred Stell. Dabei hatte der eigentlich gar nicht in großem Stil einsteigen wollen.

„Ich habe eigentlich nur eine Küche gesucht, in der ich meine Currysaucen zubereiten kann“, sagt der 68-Jährige, der eigenen Angaben zufolge über eine 40-jährige Erfahrung in der Gastronomie verfügt. Mit dem „Schnitzelwerk“ in Hagen, dem „Bratwerk“ in Lüdenscheid und dem „Heedfelder“ in Schalksmühle hat Stell schon mehrere Betriebe geführt, mit mehr oder weniger großem Erfolg. Zuletzt habe er sich auf die Zubereitung von Currysaucen in unterschiedlichen Schärfegraden spezialisiert.

Genau das sollte eigentlich auf Rentrop in der ehemaligen Restaurant-Küche geschehen. „Als ich dann diese Räume gesehen habe, stand schnell fest, dass ich hier wieder ein Restaurant eröffnen möchte“, sagt Stell, dass er dem rustikalen Ambiente nicht habe widerstehen können. Die Idee zu „Stells Landgasthof“ war geboren.

Ich will aus dem Restaurant keine Trinker-Heilanstalt machen.

Manfred Stell, Gastronom

Doch Stell möchte nicht irgendein Restaurant eröffnen. „Es wird das erste alkoholfreie Restaurant in der Region sein“, kündigt der 68-Jährige an. Ein Restaurant, in dem weder Bier, noch Wein, noch Schnaps auf die Tische kommen? Stell meint es ernst. Auf die Idee gebracht hat ihn ausgerechnet Frank Rosin. In der Fernsehsendung über das damalige „Culo del Mondo“ hatte der Fernsehkoch bemerkt, dass man in einem Restaurant in derart isolierter Lage wie auf Rentrop keinen Alkohol trinken könne, weil ja alle wieder heimfahren müssten.

„Das war ausschlaggebend für die Idee, ein alkoholfreies Restaurant zu eröffnen“, sagt Manfred Stell, der selbst schlechte Erfahrungen mit Alkoholkonsum gemacht hat. An seiner Alkoholkrankheit sei letztlich auch eines seiner Gastronomieprojekte gescheitert, gibt er unumwunden zu. „Trotzdem will ich aus dem Restaurant keine Trinker-Heilanstalt machen“, stellt er klar.

Nachdem die Idee vom alkoholfreien Restaurant geboren war, hat sich Stell intensiv mit dem Thema beschäftigt. Dabei hat er festgestellt: „Bier und Wein, aber auch Schnaps – es gibt praktisch jedes Getränk auch als alkoholfreie Variante.“ Und er glaubt, dass alkoholfreier Genuss mittlerweile auch durchaus ein Trend sei.

Letztlich möchte Stell seine Gäste auch nicht durch das Angebot an alkoholischen Getränken gewinnen, sondern durch die Speisekarte. „Klassische deutsche Küche mit frischen Zutaten“, solle es geben, kündigt er an. Vor allem Schnitzel („Das Lieblingsgericht der Deutschen“) in vielen Variationen sollen auf der Karte stehen, dazu Hausmannskost, zum Beispiel mit Bratwurst, die ein Metzger nach Stells Rezept herstellen soll.

Das alkoholfreie Restaurant ist durchaus ein mutiger Ansatz, aber das größte Problem sieht Manfred Stell noch darin, Personal zu finden. Er sucht Servicekräfte, aber auch zwei Köche. Bei den Bedienungen hofft er, eine Mischung aus erfahrenen und jungen Kräften rekrutieren zu können. Die Köche sollen, darauf legt Stell großen Wert, handwerklich kochen können und sich nicht auf die Verwendung von vorgefertigten Lebensmitteln beschränken.

Und noch etwas ist Manfred Stell bei der Personalauswahl wichtig: „Ich suche Leute, die nicht nur wegen des Geldes, sondern aus Liebe zum Beruf kommen.“ Natürlich solle jeder für seine Arbeit angemessen bezahlt werden, stellt er klar. Aber das Bedürfnis, Gästen ein gastronomisches Erlebnis zu bieten, solle schon vorhanden sein.

Vom Erfolg bei der Personalsuche hängt auch ab, wann „Stells Landgasthof“ eröffnen kann. Manfred Stell möchte so schnell wie möglich, spätestens aber im Oktober loslegen. Die offizielle Eröffnung ist für den 14. Oktober geplant. „Aber vorher muss sich das Team ja noch ein bisschen einarbeiten“, findet der erste Alkoholfrei-Wirt im Märkischen Kreis.

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