Herzerfrischende Wahlkampfrede in Werdohl

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War anstelle von Dagmar Freitag eingesprungen: Michaela Engelmeier-Heide aus dem SPD-Bundesvorstand hielt eine schwungvolle Wahlkampfrede. Landtagskandidat Michael Scheffler (links) hatte vorher gesprochen.

WERDOHL ▪ Der Überraschungsgast des SPD-Wahlkampfabends am Donnerstag im Haus Werdohl lieferte ein fast Kabarett-reife Vorstellung. Michaela Engelmeier-Heide aus Gummersbach, ehrenamtliches Mitglied im Bundesvorstand, hielt eine herzerfrischende Wahlkampfrede, ohne dabei in Plattitüden zu versinken. So macht Wahlkampf Spaß.

Eigentlich sollte beim Ortsverein nach dem Landtagskandidaten Michael Scheffler die Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag sprechen. Doch Freitag war verhindert, und durch Kontakt über Udo Böhme war Michaela Engelmeier-Heide nach Werdohl gekommen. Beide hatten sich beim Parteitag in Berlin kennengelernt, Böhme hatte die Politikerin nach Werdohl eingeladen.

Die ehemalige Judo-Leistungssportlerin stammt eigentlich aus Hagen, und das Westfälische hört man gut heraus. Sie ist eins von drei ehrenamtlichen Mitgliedern des 25-köpfigen Parteivorstands der SPD, sie vertritt dort die Basis und steht für Kommunalpolitik. Um ein Bundestagsmandat hat sie sich bislang vergeblich bemüht: „Das ist total schwarz im Oberbergischen, da werde ich nie gewählt, aber ich es versuche es nochmal.“ Sie fühle sich wohl in der „Mitgliederpartei SPD, in der man gut mitreden kann“, die Partei habe eine „prima Parteireform“ hingekriegt. Schnell ging es zu den Piraten: „Wir müssen uns mit denen auseinandersetzen, sie aber nicht großreden und nicht hinterherlaufen.“ Schließlich habe die SPD die besseren Konzepte für die Menschen. Nach einigen erheiternden Ausflügen in die Bundespolitik („nennt das Betreuungsgeld nicht ‘Herdprämie’, sondern ‘Fernhalteprämie’, weil es Kinder von der Bildung fernhält“– „die netten, geschniegelten Kerlchen von der FDP“ – „unsere unsägliche Familienministerin hatte mit 13 ein Bild von Helmut Kohl überm Bett, ich hatte eins von Sweet“) machte sie den Werdohler Sozialdemokraten Mut: „Ich wünsche mir, dass ihr ganz nah bei den Menschen seid und ihr den Michael kraftvoll nach Düsseldorf bringt.“

Scheffler hatte zuvor eine Wahlkampfrede gehalten. Ein besonders schwungvoller Redner ist er nicht, dafür zählte er sachlich und genau die Leistungen der bisherigen Landesregierung auf: „Unsere Bilanz kann sich sehen lassen.“ Scheffler thematisierte die Dinge, die er für gelungen hielt; U3-Ausbau, Schulkompromiss, Stärkungspakt. Er wisse, dass die Wahl am 13. Mai noch nicht gelaufen sei. Scheffler: „Wir haben nicht wie Röttgen einen Koffer in Berlin, sondern einen in Düsseldorf, weil wir weiterregieren wollen.“

Von der Basis in Person des Ortsvereinsvorsitzenden Späinghaus bekam er Rückendeckung: „Du kannst Dich auf uns verlassen, Michael. Ich gehe mal davon aus, dass wir Dich wieder wuppen werden.“ ▪ heyn

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