Herscheid will den Hammer

Matthias Neuhaus und Alfred Hinsching (Foto) kümmern sich derzeit um den Hammer.

WERDOHL/HERSCHEID ▪ Das Tauziehen um den Ahehammer ist in vollem Gange. Der Heimatverein Herscheid hat jetzt ein Konzept vorgelegt. Bekanntlich ist die historische Schmiede im Besitz von Thyssen-Krupp.

 Mit der Schließung des Werkes TK Bilstein will sich der Konzern von dem Hammer trennen. Während die Werdohler SPD und FDP eine Stiftung zum Erhalt des auf Herscheider Gebiet liegenden Denkmals fordern, bemüht sich auf der anderen Seite die Gemeinde Herscheid. „Wir sind in Gesprächen mit allen Interessenten“, erklärte vor wenigen Tagen Arbeitsdirektor Gerd Kappelhoff von ThyssenKrupp. Gemeinsames Ziel müsse es sein, den Ahehammer weiterhin für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen.

Hoffnungen auf den „Zuschlag“ macht sich der Geschichtsverein Herscheid. Seit zweieinhalb Jahren bemühen sich die Herscheider intensiv um das Denkmal. Die Gespräche standen bereits kurz vor dem Abschluss, die Verträge waren unterschriftsreif, da meldeten sich andere Interessenten zu Wort. Die Stadt Werdohl und die Besitzerfamilie Brüninghaus/Schauerte hatten Ansprüche angemeldet. Einen öffentlichen Konkurrenzkampf streben die Herscheider Heimatfreunde aber nicht an. Dies geht aus dem erarbeiteten 16 Punkte umfassenden Konzept hervor. Dort heißt es, dass ein „Freundeskreis unter dem Dach des Geschichtsvereins“ die Betreuung übernehmen soll. „Dieser Kreis ist offen für alle Interessenten“, betont Vorsitzender Dr. Klaus Hüttebräucker. Auch Werdohler Heimatfreunde seien zur Mitarbeit eingeladen.

In dem Bestreben, den Hammer regelmäßig zu öffnen, ist der Verein auf Hilfe angewiesen. Der Schmiedebereich soll weiterhin durch den bisherigen Museumsleiter Alfred Hinsching betreut werden. Auch die Verbindung zum ThyssenKrupp-Konzern ist angedacht. Die Attraktivität des Denkmals soll durch Überarbeitung von Filmmaterialien und die Einbettung in ein Projekt „Geschichtslehrpfad“ gesteigert werden.

Unterstützt wird das Herscheider Konzept nicht nur durch den Gemeinderat, der einer Übernahme durch die Gemeinde einstimmig bewilligt hat. Auch mehrere heimische Firmen haben ihre Beteiligung an dem Vorhaben zugesagt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare