Der Werdohler Schützenverein auf dem Prüfstand

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Während der Herbstversammlung der Werdohler Schützen wurden verdiente Mitglieder geehrt.

Werdohl - Zurückgezogen wurde letztlich ein Antrag zur Herbstversammlung des Werdohler Schützenvereins (WSV), dass künftig in jedem Jahr alle Kompanien um die Königswürde mitschießen dürfen. Er dürfte jedoch im Frühjahr - ebenso wie zahlreiche weitere Anträge - erneut auf der Tagesordnung erscheinen.

Torsten Stegemann, Mitglied der 3. Kompanie, hatte den Antrag gestellt. Er zog ihn nach langer Diskussion schließlich mit den Worten zurück: „Wir haben heute viel erreicht, indem wir einmal darüber diskutiert haben.“ Im Laufe der Beratung über den Antrag hatten sich jedoch bereits zwei Modifizierungen des Antrags ergeben. 

uch waren am Rande weitere Anregungen aufgetaucht. Die erste Modifizierung sieht vor, dass zusätzlich festgeschrieben werden soll, dass die jeweilige Königskompanie im Folgejahr keinen Kandidaten mehr aufbieten darf. Die zweite Abänderung sieht vor, dass die Freigabe für alle vier Kompanien bedarfsgerecht nur dann erfolgt, wenn die jeweilige Königskompanie bis zur Frühjahrsversammlung vor dem Schützenfest nicht mindestens zwei ernsthafte Königsanwärter gegenüber dem Vereinsvorsitzenden benennen kann. 

Rückblick auf das 188. Schützenfest

Am Rande diskutiert wurde auch eine Auflösung der Kompanien, ähnlich wie die Auflösung der Züge beim Versetaler Schützenverein. Zudem wurde angeregt, künftig auch Frauen mit um die Königswürde schießen zu lassen. 

Welchen Vorschlag die einzelnen Redner auch immer favorisierten, einig waren sie sich alle: Lässt der WSV es so, wie es bisher ist, fehlt es beim Königsschießen an Spannung, weil es unter Umständen nur einen Königsanwärter gibt. Das führt dazu, dass es weniger Zuschauer gibt und folglich weniger Umsatz und damit auch weniger Gewinn für den aktuell 811 Mitglieder starken Verein. 

Beim Rückblick auf das 188. Schützenfest in diesem Sommer bilanzierte Vereinsvorsitzender Andreas Schreiber: „Es war einfach ein tolles Fest - dieses Mal auch regenfrei.“ Das neue Zelt habe sich zudem als adäquates Mittel gegen zu starke Sonneneinstrahlung erwiesen. Nicht zuletzt dies habe auch dazu beigetragen, dass „die Stimmung an allen Tagen klasse war“. 

Zwei Personalien

Der Bierumsatz schließlich sei mit dem Vorjahr vergleichbar gewesen. „Dass außerhalb des Zeltes kein Gläser mehr verwendet werden dürfen, hat sich bewährt“, zog Schreiber zu dieser Neuerung ein positives Fazit. 

Schreiber ging dann noch auf alle einzelnen Festtage ein: Am Freitag hat seiner Meinung nach die Partyband Radspitz „ihren bisher besten Auftritt in Werdohl hingelegt“. Am Samstag sollen ab kommenden Jahr nach dem Großen Zapfenstreich die Tische in Nähe der Tanzfläche abgebaut werden. Dieses Jahr waren samstags erstmals die Schützen aus Kierspe zu Gast. 

Diese hätten sich begeistert gezeigt und ihr Kommen für 2019 bereits zugesagt. „Am Sonntag war das Zelt leerer als 2017, aber da hatte es ja auch geregnet“, hatte Schreiber beobachtet. Montags soll es ab nächstem Jahr keine Musikpause zwischen dem Musikzug vormittags und dem DJ nachmittags mehr geben. Zudem werde der bisherige DJ Marc Kiss, der Anweisungen, die Musik leiser zu stellen, nicht nachgekommen sei, nicht mehr engagiert. 

Der Geschäftsführer und amtierende König Thomas Reiche legte dann die vorläufigen Zahlen zum Schützenfest offen. Einige Abrechnungen fehlen noch, fest steht indes: Das 188. Schützenfest wurde mit einem kleineren Verlust abgeschlossen. 

Schließlich gab der Vereinsvorsitzende noch zwei Personalien bekannt: Zum einen folgt auf Volker Brahmsiepen als neuer Regimentsfahnenträger Phillip Bartke. Zum zweiten sucht der Verein auf der Frühjahrsversammlung 2019 einen neuen 2. Geschäftsführer, da der bisherige Amtsinhaber Detlef Heinz nach siebeneinhalb Jahren nicht erneut kandidieren werde. 

Aus der Versammlung wurde dem Vorstand und den Vereinsmitgliedern Luca Bettelhäuser sowie Christian Konitzer Respekt gezollt für die Ermöglichung eines Martinsumzuges in Werdohl. 

Folgende Mitglieder des WSV ehrte Geschäftsführer Thomas Reiche für ihre langjährige Treue zu den Schützen: 25 Jahre dabei sind Juliane Papendick, Gabriele Webert, Thomas Di Caro, Björn Hurst, Peter Janikowski, Michael Katschmarek, Udo Keller, Udo Kleinevoss, Steven Külz, Jürgen Lenze, Peter Christian Mertens, Udo Middendorf, Christian Reinholz, Andreas Schulte, Gerhard Sonneborn, Manfred Wolf und Dieter Zimatt. Vier Jahrzehnte gehören zum WSV Andrea Brockhaus-Passent, Heiner Burkhardt, Dieter Kellmann, Willi Kirschbaum, Friedrich Wilhelm Kohlhage, Peter Sattler und Rüdiger Schmale. Fünf Dekaden zahlt Helmut Köhler seine Beiträge. Bereits seit 1958 in den Reihen der Schützen sind Bernd Hahne, Hans Heckel senior, Klaus Jäcker und Alfons Picker.

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