Sparkasse: Gewinn steigt um 1,3 Millionen Euro

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Werdohls Marktbereichsleiter Jürgen Brill (links) und Vorstandsmitlied Mike Kernig erläuterten am Montag die Sparkassen-Bilanz für das Jahr 2017.

Werdohl - Etwas mehr als 650 000 Euro an Gewerbesteuer (462 057 Euro) und Gewinnausschüttung (189 300 Euro) wird die Stadt Werdohl für das Jahr 2017 von der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis erhalten. 

Das ist ein ordentlicher Batzen Geld, doch es ist etwa ein Sechstel weniger als im vergangenen Jahr. Die Gründe dafür erläuterten Sparkassen-Vorstand Mike Kernig und der Werdohler Marktbereichsleiter Jürgen Brill am Montag  im Bilanz-Pressegespräch. „Das Umfeld, in dem Kreditinstitute arbeiten, ist im vergangenen Jahr noch beschwerlicher geworden“, erklärte Kernig und verwies auf drei wesentliche Herausforderungen, denen sich auch die Sparkasse stellen müsse: niedrige Zinsen, wachsende Regulatorik und die Digitalisierung. 

Dennoch habe die Sparkasse, die in Werdohl seit 139 Jahren aktiv ist, ihre Position als führender Finanzdienstleister in der Region durch gute Zuwachsraten in den wichtigsten Geschäftsfeldern ausbauen können.

Wie hoch war im Jahr 2017 der Gewinn der Sparkasse? 

Der Bilanzgewinn der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis belief sich im Jahr 2017 auf 5,215 Millionen Euro (2016: 3,904 Millionen Euro); die Bilanzsumme betrug 1,695 Milliarden Euro und lag damit um 2,05 Prozent über dem Vorjahreswert. „Der Steigerung der Bilanzsumme gilt aber nicht unser Hauptaugenmerk. Die Stärkung des Eigenkapitals, um die Zukunftsfähigkeit, die kreditwirtschaftliche Versorgung und die Präsenz vor Ort sicherzustellen, hat absoluten Vorrang“, hob Kernig hervor.

Was macht die Sparkasse mit dem Gewinn?

Vorbehaltlich der Zustimmung der Zweckverbands-Versammlung werde die Sparkasse in diesem Jahr 1,05 Millionen Euro an ihre sechs Gewährsträgerkommunen Altena, Balve, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade, Plettenberg und Werdohl ausschütten, erklärte Kernig. „Damit fließen den Kommunen zusammen mit der Gewerbesteuer in Höhe von 2,45 Millionen Euro insgesamt 3,5 Millionen Euro zu. Wir nennen das Bürgerdividende.“ Wo bleibt der Rest des Gewinns? Mit einem Teil des Gewinns wird die Sparkasse auch ihr Eigenkapital stärken. „Wir führen jährlich im Durchschnitt 7 Millionen Euro dem Kapitalerhaltungs-Puffer zu, für 2017 sind es 9,4 Millionen“, sagte Kernig. Der Kapitalerhaltungs-Puffer dient einer Bank zum Auffangen unerwarteter Verluste. 

Wie lief das Kreditgeschäft? 

„Das gesamte Kreditvolumen betrug zum Jahresende 1,388 Milliarden Euro und hat damit in den sieben Jahren seit der Finanzkrise um mehr als 70 Prozent zugelegt“, berichtete Kernig. Kredite vergebe die Sparkasse sowohl an den Mittelstand als auch an private Häuslebauer. „Insbesondere die Immobilienfinanzierung ist gewachsen“, ging Kernig ein wenig ins Detail. Die Kreditzusagen für den privaten Wohnungsbau seien im vergangenen Jahr um 25,7 Prozent gestiegen.

Wieviel Geld haben die Kunden auf den Konten? 

„Die Kundeneinlagen sind um rund 32 Millionen Euro auf 1,126 Milliarden Euro gestiegen“, sagte Kernig. Ebenso wie Marktbereichsleiter Brill empfiehlt er Sparern aber, ihr Geld nicht einfach auf dem Konto oder dem Sparbuch zu „parken“. Angesichts der Nullzinsphase und der Inflation verliere es dadurch an Wert. Besser sei eine Streuung der Geldanlagen, zum Beispiel durch die Beimischung von Wertpapieren. Die Sparkasse habe zuletzt deutlich mehr Aktiendepots ihrer Kunden registriert. 

Wie groß ist das Risiko bei einer Geldanlage in Aktien?

„Langfristige Anlagen in Aktien haben in den vergangenen 50 Jahren immer eine positive Rendite gebracht. Bei Anlagen über mindestens zehn Jahre ist das Risiko extrem gering“, sagte Kernig.

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