Glockengeläut im Museum

Heiner Burkhardt (Mitte) hält den Klingelknopf, mit dem das Geläut der Marienglocke abgerufen werden kann. Heinz Rohe präsentiert den Abdruck der Glocken-Aufschrift. Barbara Funke zeigt den neuen Flyer des Stadtmuseums. Foto: Koll

Werdohl - 20 Sekunden lang erklingt ein Glockengeläut, wenn jetzt ein Besucher des Stadtmuseums auf den Klingelknopf neben dem Modell der Kilianskirche drückt. Zu hören ist dann die Marienglocke, welche einst in besagter Kirche hing.

Von Michael Koll

Die Klingelknopf-Aufnahme stammt von Udo Klüter, der sie – sehr zur Freude von Heiner Burkhardt – dem Museum zur Verfügung gestellt hat. Die Glocke wurde 1945 in Iserlohn gegossen und findet heute noch in der Kapelle des evangelischen Friedhofs in Werdohl Verwendung.

Beim Modell der Kilianskirche steht zudem eine Tafel mit einem Abdruck der Glocken-Aufschrift: „Maria werde ich genannt. Ich ehre Gott mit meinem Schalle. Heilige Maria bitte für uns alle.“

Heinz Rohe, ehemaliger Direktor der Albert-Einstein-Gesamtschule, ist derweil vom Heimat- und Geschichtsverein nach der Namensänderung des Vereins als kooptiertes Mitglied in den Vorstand aufgenommen worden. Er ist nunmehr zuständig für die Stadtgeschichte.

Rohe belebt gemeinsam mit VHS-Leiterin Barbara Funke die ehemalige VHS-Geschichtswerkstatt neu. Als erste Schwerpunktthemen wurden die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sowie die Frage „Wie kommt die Frau zur Hose? – Veränderungen in der Kleidung seit den 60er-Jahren“ ausgewählt. Funke wirbt für eine Mitarbeit: „Das sind alles gar keine verstaubten Themen.“ Sie selbst etwa habe noch Kleid- und Rockzwang im Gymnasium erlebt.

Funke und Rohe suchen für beide Themen Zeitzeugen mit ihren Erinnerungen sowie Bildern sowie Mitarbeiter. Rohe wirbt zudem dafür, dass sich auch Schüler bei ihnen melden: „Das sind doch dankbare Themen für Facharbeiten in der elften oder zwölften Klasse“, weiß er. Auch die Zuwanderung im 19. Jahrhundert – seinerzeit vornehmlich aus Italien – finde er in diesem Zusammenhang spannend. Dieses soll dann auch eines der kommenden Themen in der Geschichtswerkstatt werden.

Am Dienstag, 23. September, werde er aber zunächst zwischen 19 und 20.30 Uhr einen Vortrag zum Thema „Werdohl im Ersten Weltkrieg“ halten, teilt Rohe mit. Dieser Vortrag soll bis Jahresende auch noch in Form einer Broschüre erscheinen. Für Oktober sei ein weiterer geschichtlicher Vortrag geplant. Die beiden Vorträge finden – anders als im VHS-Programm noch angegeben – im Kleinen Kulturforum am Bahnhof statt.

Die Geschichtswerkstatt tagt nach ihrer Reanimierung bereits am Montag, 22. September. Dann treffen sich alle Interessierten zwischen 19.30 und 21 Uhr im VHS-Gebäude.

Das Stadtmuseum, welches im April 25 Jahre bereits existierte, hat unterdessen einen neuen Flyer aufgelegt. Der Slogan auf der Frontseite bewirbt das „lebendige“ Museum als „Erlebnis für die ganze Familie“. Multimedial, so steht es im Innenteil des aufklappbaren Flugblattes, gehe es im neuen Stadtmuseum zu – dafür steht eben jetzt auch die neue Glocken-Aufnahme.

Seitdem das Stadtmuseum umgezogen ist, so bilanzierte Burkhardt, sei der Ansturm – vor allen Dingen von Besuchergruppen – groß. Teils bis zu 40 Personen kämen gleichzeitig zu Rundgängen.

Der Heimatvereins-Vorsitzende Burkhardt freut sich indes darüber, dass im sozialen Netzwerk der Verein bereits mehr als 260 „Gefällt mir“ erhalten habe. Die Pflege der Seite hat übrigens Udo Böhme übernommen, dem Burkhardt für seinen Einsatz dankt.

Interessenten für die kostenfreie Mitarbeit in der Geschichtswerkstatt können sich in der Volkshochschule, Tel. 0 23 92 /9 18 30, melden.

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