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Hausdurchsuchung nach Vandalismus an Kreuzen

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Von: Julius Kolossa

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Der Korpus des Wegkreuzes an Beckers Treppchen ist stark beschädigt worden. Mittlerweile ist er ganz verschwunden.
Der Korpus des Wegkreuzes an Beckers Treppchen ist stark beschädigt worden. Mittlerweile ist er ganz verschwunden. © Griese, Volker

Die Polizei arbeitet nach wie vor an den insgesamt elf Fällen von Vandalismus, die seit dem 22. Juli 2021 an kirchlichen Gegenständen im Stadtgebiet von Balve erfolgten. Die Ermittler haben mindestens eine Spur. Derweil verurteilt die Balver Politik die Geschehnisse.

Balve ‒ „Es fand im Zusammenhang mit der Zerstörung der acht Wegekreuze im Zeitraum zwischen dem 19. September und 9. Oktober eine Hausdurchsuchung in der Stadt Balve statt“, teilte Polizei-Pressesprecher Christof Hüls auf Nachfrage unserer Zeitung mit. „Gegenstände wurden nicht gefunden, aber die Spurenauswertung läuft noch“, so Hüls.

Christusfiguren wurden im gesamten Stadtgebiet von Beckum, Wocklum bis Balve und Höveringhausen teilweise zerstört oder als Ganzes vom Kreuz entwendet (wir berichteten). Weitere Hinweise würden überprüft, so auch in den beiden Fällen noch vor Weihnachten, als wiederum zwei Wegekreuze beschädigt wurden. „Es gehen weiterhin Informationen bei uns ein“, so Hüls.

„Auch wenn sich daraus noch keine heiße Spur ergibt, so kann man doch sagen: Die Bevölkerung ist sensibilisiert.“ Ermittelt werde in jedem Falle wegen „besonders schweren Diebstahls an religiösen Gegenständen“. Ob ein Zusammenhang zwischen den Fällen von Oktober bis Dezember bestehe, das werde überprüft, so der Polizei-Sprecher.

Allerdings scheint der jüngste Fall – in der Silvesternacht wurde eine Lampe auf dem Kirchplatz in Balve aus ihrer Verankerung gerissen – nicht damit in Verbindung gebracht werden zu können. Dies sah eher nach reiner Zerstörungswut aus, während sich hinter der Zerstörung an den Wegekreuzen ein anderes Motiv verbergen könnte.

Verständnislos über eine solche Welle von Gewalt sind die Fraktionsvorsitzenden von CDU, UWG und SPD. Unsere Zeitung fragte nach deren Einstellungen zu diesen Vandalismusfällen. „Dass christliche Symbole angegriffen werden, ist nicht zu entschuldigen“, empört sich Lorenz Schnadt, UWG. Der pensionierte Polizeibeamte geht von Einzeltätern aus, betont aber auch: „Belohnungen auf die Ergreifung der Täter sind der richtige Weg.“ Denn nur durch Zeugen würden diese Fälle aufgeklärt. Schnadt weiter: „Es gibt keinen Anhaltspunkt oder einen Anlass für die Zerstörung von Christusfiguren und auch der Lampe.“

Cay Schmidt, SPD, sagt klipp und klar: „Solch ein Verhalten ist absolut inakzeptabel. Es gibt weder eine Entschuldigung, noch eine Erklärung dafür.“ Kreuze und Christusfiguren seien Spiegelbild und Selbstverständnis der Kultur.

Alexander Schulte, CDU, ist über all diese Zerstörungen „fassungslos und wütend.“ Und: „Wer so etwas macht, hat keinen Respekt vor dem Eigentum anderer. Das darf man nicht als ‘Böse-Jungen-Streich’ abtun, und es ist auch nicht einfach nur eine Sachbeschädigung, sondern eine Straftat.“

Hinweise an die Polizei unter Tel. 0 23 71/9 19 90 oder unter Tel. 0 23 73/90 996 111.

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