Die FDP und der Traum von vier Mandaten

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Für 50-jährige Mitgliedschaft in der FDP zeichnete Ortsvorsitzender Jürgen Neumann am Mittwochabend Harry Schneider aus.

Werdohl - Traum und Wirklichkeit marschierten am Mittwochabend Hand in Hand durch den Ortsparteitag der FDP im Haus Werdohl.

Vor acht stimmberechtigten von insgesamt 17 Mitgliedern gaben der Ortsvorsitzende Jürgen Neumann und der Chef der zweiköpfigen Fraktion der Liberalen im Rat der Stadt ihre Rechenschaftsberichte ab. 

Zugleich setzten beide Pflöcke in die kommunalpolitische Landschaft, die mit Wochenmarkt-Verlegung, Finanzen, Stadtplanung oder auch mit der Kommunalwahl 2020 zu tun haben – wo man immerhin vier Ratsmandate für machbar hält. 

Urkunde zum Dank

Bevor allerdings das liberale Alltagsgeschäft zur Debatte stand, gab es vom Ortsvorsitzenden einen Strauß Blumen, eine Urkunde mit der Aufschrift „Danke“ und die Theodor-Heuss-Verdienstmedaille in Gold für Harry Schneider. Er war der FDP vor 50 Jahren, am 1. Januar 1967 beigetreten, gehörte zwischen 1984 und 1994 dem Rat der Stadt an und wirkte in dieser Funktion in diversen städtischen Gremien mit. 

Gleichzeitig blieb es der stellvertretenden Ortsvorsitzenden Dr. Anne Hermes vorbehalten, Jürgen Neumann zu ehren. Er leitet die Geschicke der Werdohler Liberalen als Vorsitzender inzwischen seit 25 Jahren. Er habe Höhen und Tiefen in seiner kommunalpolitischen Arbeit erlebt, sich immer in den Dienst der FDP gestellt und dürfe mit Fug und Recht als ein aufrechter Liberaler bezeichnet werden, so Hermes in ihrer recht knappen Laudatio. 

"Stadt hat sich gut entwickelt"

In seinem Geschäftsbericht traf der FDP-Ortsvorsitzende die Feststellung, die Stadt habe sich weiterhin sehr gut entwickelt. Dabei sprach er den Brüninghaus-Platz, die Lennespange und den Zufluss der Lenne in die Soppe an. Er freue sich bereits darauf, wenn der Brunnen auf dem Brüninghaus-Platz nach der Winterpause wieder in Betrieb genommen und in den Abendstunden beleuchtet werde. 

Anders sieht die Bewertung für einen Umzug des Wochenmarktes auf diesen Platz aus. Die FDP plädierte für die Beibehaltung am alten Standort, weil es starke Bedenken gebe, ob die Pflasterung den Belastungen durch Marktfahrzeuge und die Kehrmaschine standhalten könne. 

Ein Jubiläum durfte auch Jürgen Neumann feiern. Die stellvertretende Ortsvorsitzende Dr. Anne Hermes ehrte ihn, weil er seit nunmehr 25 Jahren an der Spitze der Werdohler Liberalen tätig ist. Hermes bezeichnete ihn als aufrechten Liberalen.

Wie Jürgen Neumann, so hob auch Fraktionschef Friedhelm Hermes die positive Entwicklung der Stadt hervor. Man müsse aber weiter am Ball bleiben und die Stärken von Werdohl herausarbeiten. 

Immerhin: Man könne stolz darauf sein, was die Freien Demokraten, die dem Rat seit mehr als 50 Jahren angehören, als kleine Partei zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Er freue sich aktuell, so Hermes, auf die Verwirklichung des Westparks. 

Schwarze Null ist schwer erreichbar

Die schwarze Null im Haushalt 2018 hingegen sei angesichts erhöhter Abgaben nur schwer erreichbar. Ob höhere Steuern nötig seien, um die Vorgaben des Landes erfüllen zu können, werde in einer Arbeitsgruppe diskutiert. 

Was die Finanzen des Werdohler FDP-Ortsverbandes angeht, so komme man über die Runden, hieß es. Große Sprünge könne man allerdings nicht machen. Das gelte auch für die bevorstehenden Wahlkämpfe, für die der FDP-Bundestagskandidat Michael Schulte aus Plettenberg seinen Werdohler Parteifreunden Mut machte. 

Man könne etwas auf die Beine stellen, ohne viel Geld auszugeben. Schultes Zielvorstellung: In der Landtagswahl stärker als die Grünen und vor allem zweistellig abschneiden. Das wäre dann die beste Steilvorlage für die Bundestagswahl.

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