Haus über der Verse in Werdohl muss weg

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Dieses Haus über der Verse wird abgebrochen, die Baustelle wird kommenden Montag eingerichtet.

WERDOHL ▪ Mit rund sieben Wochen Baustellenzeit rechnet die Stadtverwaltung, wenn sie ab kommende Woche Montag das Haus Hauptstraße 59 über der Verse abbrechen lässt.

Der Abbruch ist ein Teil des Konzeptes zur Renaturierung der Verse. Peter Erwig von der Bauabteilung der Stadt beschrieb gestern die Arbeitsabläufe. Das Gebäude steht schon seit Jahren leer, im vergangenen Jahr kaufte es die Stadt Werdohl. Montag soll die Baustelle eingerichtet werden, etwa in Höhe des neuen Feuerwehrgerätehauses. Zunächst wird das Gebäude entkernt, das Material wird separiert. Danach wird mit dem eigentlichen Abbruch begonnen. Der Platz ist sehr begrenzt, die Baustelle eng. Außerdem muss die Ausfahrt vom Feuerwehrgerätehaus freigehalten werden. Dass die Verse vor Abbruchmaterial geschützt werden muss, ist ohnehin klar.

Die Abbruchstelle wird mit einem Zaun Richtung Bundesstraße abgegrenzt. Peter Erwig ist zuversichtlich, dass der Abriss ohne eine Ampel auf der B 229 vonstatten gehen kann. Im gleichen Zuge wird das ab Montag nicht mehr benutzbare Bushäuschen samt des malerischen Bewuchses abgerissen. Gegen Ende der Bauzeit wird ein neuer Fahrgastunterstand aufgestellt.

Der eigentliche Sinn des Abbruches besteht darin, das Ufer der Verse zu renaturieren. Deshalb werden auch die Stützbauwerke, auf denen das Haus steht. weggenommen. Dort sollen neue Böschungsflächen entstehen, so dass die Verse wieder fußläufig zu erreichen ist – sofern sich die bis zu 40 Grad steile Böschung per pedes überwinden lässt.

Erwig rechnet mit rund sieben Wochen Arbeitszeit, wenn nicht die Witterung dieses Ziel verzögere. Die Baustelle sei eng und kompliziert, deshalb sei soviel Zeit eingeplant worden.

Der Abriss Hauptstraße 59 ist die zweite große Renaturierungsmaßnahme nach dem Abriss des Wehres Henneckenhammer. Pro Jahr sollen im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie ein großes Projekt oder wahlweise zwei kleine verwirklicht werden. Lässt sich das Vorhaben so realisieren, soll die Verse bis zum Jahr 2020 weitestgehend durchgängig für Fische und Kleinstlebewesen sein. Alle nicht natürlichen Querbauwerke sollen auf diese Weise entfernt werden. Als natürliche Querbauwerke sieht der Verwaltungsmann zum Beispiel Vertiefungen an, wo sich die Verse in den Fels eingefressen hat. Auch hier soll so eingegriffen werden, dass Fische diese Hindernisse überwinden können.

Die Kosten für die Renaturierung übernimmt weitestgehend das Land. Die Kommune ist mit zehn Prozent beteiligt. Die aktuelle Maßnahme wird 120 000 Euro kosten, bei der Stadt bleiben demnach 12 000 Euro. ▪ heyn

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