Haus nach Brand wieder bewohnbar

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Durch das Wohnzimmerfenster flüchtete Christian Pröpper am Abend des Brandes nach draußen.

Werdohl -  „Als ich vor lauter Rauch nicht mehr ins Treppenhaus kam, sprang ich aus dem Wohnzimmerfenster ins Freie.“ Christian Pröpper denkt immer noch mit Schrecken an den 7. Januar zurück, als das Mehrparteienhaus der Werdohler Wohnungsgesellschaft (Woge) an der Sommerstraße 19 brannte.

Die Feuerwehr rückte mit allen verfügbaren Einheiten aus, auch die Drehleiter kam an diesem Abend zum Einsatz, um Personen aus den oberen Etagen zu retten.

Seit fünf Jahren wohnt der Frührentner nun schon an der Sommerstraße und er fühlt sich in seiner Wohnung im Erdgeschoss sehr wohl. „Aber wenn man einmal so etwas erlebt hat, lässt einen das nicht mehr los“, erzählt der 46-Jährige im Rückblick. „Man bekommt Angst, wenn sich einem der Weg durchs Treppenhaus versperrt. Zum Glück war ein Feuermelder im Flur installiert, so bekam ich relativ schnell mit, dass etwas nicht stimmte.“

Neun Tage verbrachte er in einem Hotel, da die Wohnungen zunächst nicht mehr bewohnt werden konnten.

Als er dann das erste Mal nach den Lösch- und Untersuchungsarbeiten wieder in seine vier Wände kam, war er erschrocken über die Spuren des Brandes. „Alles war schwarz, das Treppenhaus, der Flur, mein Bad und auch mein Schlafzimmer,“ so Christian Pröpper.

Schnell stellte sich heraus, dass er die Matratze und die vier Küchenstühle wegwerfen musste. Darüber hinaus war durch den Stromausfall seine Kühltruhe ausgefallen und alle Lebensmittel verdorben. „Ich habe keine Hausratversicherung abgeschlossen und bekam somit keinen Cent von der Versicherung. Alle Möbel musste ich aus eigener Tasche bezahlen“, ärgert sich der Werdohler.

Was ihm zudem zu schaffen macht, ist die Haustür. Seit dem Brand lässt sich diese nicht mehr verschließen. „Wenn ich daran denke, dass hier jeder ein- und ausspazieren kann, wird es mir ganz schön mulmig“, so Pröpper. Damit spielt der Bewohner auf die Brandursache an. Denn auch er hat mitbekommen, dass die Kriminalpolizei von vorsätzlicher Brandstiftung ausgeht.

Laut Polizeipressesprecher Norbert Pusch seien die Ermittlungen aber noch nicht abgeschlossen. Angaben zum genauen Tathergang könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht machen, berichtete er auf Anfrage unserer Zeitung.

Alle Wohnungen an der Sommerstraße 19 sind mittlerweile wieder bewohnbar. Die Malerfirma Huth schließt noch die letzten Arbeiten im Flur und in den Wohnungen ab. - fsd

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