Haus am Grasacker 31 wird Flüchtlingsheim

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Ortstermin: Vor der regulären Ausschusssitzung im Rathaus schauten sich die Ausschussmitglieder und einige Verwaltungsmitarbeiter das Gebäude am Grasacker (Foto) und das ehemalige Übergangswohnheim Im Winkel 32 an.

Werdohl - Das Gebäude am Grasacker 31 wird zu einem Übergangswohnheim für Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge umgebaut. Das beschlossen am Dienstagabend einstimmig die Mitglieder des Bau- und Liegenschaftsausschusses.

Für den Umbau rechnet die Stadtverwaltung mit Kosten von rund 52.000 Euro. 16 Einzelpersonen können in dem Gebäude untergebracht werden.

Eigentlich sollte der Ausschuss nur einen Vorratsbeschluss fassen, „für den Fall, dass die vorhandenen Kapazitäten für die Unterbringung von Asylbewerbern absehbar nicht mehr ausreichen“, so heißt es in der Vorlage. Doch seit diese Vorlage vor gut zwei Wochen erstellt worden sei, habe sich die Situation „weiter dramatisch verändert“, sagte Bodo Schmidt vom Fachbereich Soziales.

Mit 127 hatte die Vorlage die aktuelle Zahl der Flüchtlinge noch beziffert, tatsächlich sind es schon 136. „Wir hatten damit gerechnet, dass uns eine Person pro Woche zugewiesen wird“, erläuterte Schmidt. „Inzwischen sind es aber schon sechs Personen pro Woche.“ Deshalb sei der Fall, für den der Vorratsbeschluss vorgesehen war, schon eingetreten „und es müsste bald die Umsetzung folgen.“

Wie das Übergangswohnheim an der Osmecke – dessen Kapazitäten bald erschöpft sind – sei auch das Gebäude am Grasacker nur als Erstaufnahmeeinrichtung gedacht. Später sollten die Flüchtlinge möglichst in andere Wohnungen umziehen. Die Kosten für die am Grasacker notwendige Renovierung muss die Stadt Werdohl allein tragen. Zuschüsse gebe es nicht, teilte Bodo Schmidt auf Nachfrage der SPD mit. Das Land NRW stelle aber zinsgünstige Darlehen zur Verfügung.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder darüber, dass die Verwaltung eine andere Unterbringungsmöglichkeit suchen solle, falls ein Investor das Gebäude am Grasacker kaufen „und etwas städtebaulich Sinnvolles damit machen“ wolle. Für längere Diskussionen sorgte die Frage, ob auch das ehemalige Übergangswohnheim Im Winkel 32 zu einem späteren Zeitpunkt wieder für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet werden soll. - Von Constanze Raidt

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