Haus Freiheitstraße 23 wird „das“ Zentrum der Evangelischen Gemeinde Werdohl

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Hier entsteht der große, neue Gemeinderaum mit direktem Blick vom Balkon auf die Christuskirche. Hinten ist die geplante Durchreiche zum Gemeindehaus zu sehen. Ein Durchgang ließ sich mit Blick auf die Kosten nicht realisieren. 

Werdohl - Die Evangelische Kirchengemeinde Werdohl steckt rund 50 000 Euro in die Sanierung der ehemaligen Küsterwohnung im Gemeindehaus Freiheitstraße. Dort soll zukünftig die Jugendarbeit der Gemeinde eine Bleibe finden.

Damit werden Nutzen und Funktion des Gemeindehauses immer mehr zum Zentrum der Gemeindearbeit der gesamten Kirchengemeinde in Werdohl. 

Die Entscheidung zum Ausbau der Küsterwohnung ist nicht allzu alt. Ende 2017 war Beschlusslage im Presbyterium, das Gebäude des ehemaligen Kindergartens am Kirchenpfad abzureißen. Zu der Zeit endete auch der Mietvertrag mit der Evangelischen Frauenhilfe von Westfalen, die in der ehemaligen Küsterwohnung zwei Männern im Rahmen der Wegwende-Arbeit einen Start in ein selbstständiges Leben ermöglichte. 

Abriss hätte für Platzprobleme gesorgt

Durch den Abriss hätte die Gemeinde einen neuen Platz für Dinge finden müssen, die im Keller des ehemaligen Kindergartens gelagert werden. Überlegt wurde, dazu hinter das Gemeindehaus eine Doppelgarage zu bauen. Petersmann: „Die hätte 40 000 Euro gekostet, die wir nicht haben.“ 

Anfang dieses Jahres entwickelte sich die tolle Möglichkeit, das Gebäude am Kirchenpfad an die Diakonie zu vermieten. Die betreibt dort schon lange die Tafelausgabe und möchte ab Herbst weitere diakonische Angebote wie eine Kleiderkammer und eine Kleinmöbelbörse schaffen. Im Haus am Kirchenpfad waren allerdings bislang auch die Jugendarbeit von „Entschieden für Christus“ und des CVJM untergebracht. Für diese Angebote der Kirchengemeinde musste neuer Raum gefunden werden, das Lager der Gemeinde bleibt am Kirchenpfad. 

100 Quadratmeter mehr für die Gemeinde 

Die Lösung lag räumlich nahe: Die Gemeinde saniert die etwa 100 Quadratmeter große Wohnung direkt am Gemeindehaus. Dort soll ab Ende Oktober die Jugendarbeit stattfinden. Ebenso brauchen Gemeindegruppen von der Königsburg neue Räume, bekanntlich werden Predigtstätte und Gemeinderäume in dem Stadtteil mit Ablauf des Jahres 2018 aufgegeben. 

Gerd Petersmann steht in der unteren Etage der ehemaligen Wohnung. Hier sind so gut wie alle Wände herausgenommen worden. Die Verandatür wird Notausgang und barrierefreier Eingang.

Die erste Idee war, zwischen Gemeindehaus und Küsterwohnung eine Wand herauszunehmen und somit eine große Fläche zu bekommen. Davon hatte Peter Erwig von der städtischen Bauabteilung aber dringend abgeraten. Gerd Petersmann erinnert sich: „Wir wären damit in den Status einer Versammlungsstätte geraten, die uns unbezahlbare Auflagen zugemutet hätte.“ 190 Sitzplätze hat das Gemeindehaus, mit den Plätzen aus der ehemaligen Wohnung wären es mehr als 200 geworden. Für Räume mit Sitzplätzen dieser Größenordnung gelten besondere Anforderungen an den Brandschutz und die Zugänglichkeit. 

Wände raus, neue Fenster rein

Deshalb ist jetzt lediglich eine Küchendurchreiche zwischen den beiden Gebäudeteilen geplant. Besucher müssen die verschiedenen Eingänge nutzen und eben ein paar Meter gehen. Die Umbaukosten der beiden Etagen der ehemaligen Wohnung werden dennoch etwa 50 000 Euro betragen. Wände sind herausgenommen worden, neue Fenster mussten eingebaut werden – im Grunde werden die 100 Quadratmeter kernsaniert. 

Umbau wird aus der Rücklage finanziert 

Die Umbaukosten werden aus der Zwangs-Rücklage der Gemeinde für bauliche Unterhaltung genommen. Auf diese Feststellung legt Petersmann wert. Aus dem Haushalt der Gemeinde wäre diese Summe schlichtweg nicht zu bezahlen gewesen. 

Barrierefrei sind die neuen Räume übrigens auch, die eine Stufe zur Eingangstür konnte ganz leicht in eine flache Rampe umgewandelt werde.

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