SPD beantragt Umzug der Realschule zum Riesei

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Die Werdohler Realschule am Köstersberg.

Werdohl -  Seit Monaten, wenn nicht Jahren diskutiert die Werdohler Politik über die Schulstandorte – mal in der Öffentlichkeit, zumeist aber hinter verschlossenen Türen. Jetzt hat sich die SPD-Fraktion hervorgewagt.

In der Sitzung des Hauptausschusses haben die Sozialdemokraten am Montagabend den Umzug der Realschule vom Köstersberg in das seit dem Sommer 2016 leer stehende Hauptschulgebäude am Riesei beantragt.

Nachdem der Märkische Kreis entschieden habe, das ehemalige Hauptschulgebäude nicht für einen Förderschulstandort zu mieten, müsse die Stadt es einer weiteren schulischen Nutzung zuführen, begründete die SPD-Fraktion ihren Vorstoß. Sie nimmt dabei auch Bezug auf eine Empfehlung der Gemeindeprüfungsanstalt aus dem Jahr 2015, die eine Verlagerung der Realschule in das frühere Hauptschulgebäude angeregt hatte.

Bessere Auslastung am Riesei

Vom Gebäudekomplex am Köstersberg solle sich die Stadt trennen, um ihren langfristig zu entlasten, fordert die SPD weiter. „Wir haben derzeit insgesamt zu viele und teilweise schon leer stehende Schulgebäude“, heißt es im SPD-Antrag mit Blick auf den Köstersberg mit der Realschule und das Riesei, wo nach der Schließung der Hauptschule im vergangenen Jahr nur noch die Gesamtschule beheimatet ist.

Das große Gebäude am Riesei könne jedoch mit Gesamtschule und Realschule ausgelastet werden, argumentieren die Sozialdemokraten. Auch Fördermittel des Landes und des Bundes könnten dann in den nächsten Jahren an diesem gemeinsamen Standort optimal eingesetzt werden.

Was wird aus Fördermitteln?

Apropos Fördermittel: Die hatte die Stadt einst für den Hauptschul-Anbau „Mensa/gebundener Ganztag“ erhalten. Würde das Gebäude dauerhaft nicht mehr schulisch genutzt, könnte das Land dieses Geld teilweise zurückfordern. Ob dieses Szenario realistisch ist und wieviel Werdohl im Fall der Fälle zurückzahlen müsste, solle die Stadtverwaltung bis zur Ratssitzung am 20. November prüfen, forderte SPD-Fraktionschef Wilhelm Jansen am Montagabend.

Eine Entscheidung über den doch ziemlich spektakulären Antrag der SPD traf der Hauptausschuss nicht. Nicht einmal eine Aussprache gab es. Stattdessen wurde der Antrag ohne weitere Diskussion an den Rat verwiesen.

WBG will „innovative Ideen"

Ein offenes Geheimnis ist, dass zumindest die WBG-Fraktion die Realschule am liebsten in der Innenstadt halten würde. Gleichzeitig forderte sie am Montag in einem anderen Antrag, „innovative Ideen zur Nachnutzung nicht mehr benötigter Schulgebäude zu entwickeln“. Dabei sollten alle Schulstandorte in die Überlegungen einbezogen werden, betonte Fraktionssprecher Volker Oßenberg.

Nach Vorstellung der WBG könnte Werdohl so Standort von Technologiezentren der Wirtschaft oder des Handels, Teilstandort einer Fachhochschule oder eines Berufskolleg oder Standort eines Ausbildungszentrums werden. So etwas könnte, das betonte Oßenberg, auch am Riesei angesiedelt werden. Auf jeden Fall sollten solche Möglichkeiten aber abgeklopft werden, bevor eine endgültige Entscheidung in der Frage der Schulstandorte gefällt werde, fordert die WBG in ihrem Antrag. Auch die CDU hat in der Vergangenheit eher eine Realschule am Köstersberg favorisiert. Zuletzt gab es aber Anzeichen dafür, dass es in den Reihen der größten Ratsfraktion zu einem Meinungsumschwung gekommen sein könnte. Die nächste Ratssitzung könnte entscheidend sein.

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