„Das ungute Gefühl bleibt“

+
Andrea Mentzel vom Ordnungsamt, Kita-Leiterin Karina Wionsek (v. l.), ihre Schützlinge und die Aktiven des Bürgerstammtischs hoffen, dass die Hundehalter den Spender nutzen.

WERDOHL - Karina Wionsek und ihre Mitarbeiterinnen im Kindergarten Budenzauber kennen das Gefühl des aufsteigenden Ekels nur zu gut: „Wir treten leider regelmäßig in Hundehaufen. Manchmal passiert es schon, wenn wir hier am Kindergarten morgens im Dunkeln aus dem Auto steigen.“ Doch damit nicht genug: Die Mädchen und Jungen, die mit der Waldgruppe in der Natur unterwegs sind, bringen ebenfalls regelmäßig Reste der Vierbeinerhinterlassenschaften mit in die Kita. „Wir machen dann natürlich den Boden und die Schuhe sauber. Aber das ungute Gefühl bleibt“, sagt Wionsek.

Kita-Mitarbeiterin Monika Salmen wollte das nicht länger hinnehmen – und wandte sich an das Ordnungsamt der Stadt und den Werdohler Bürgerstammtisch. Beide reagierten prompt: Gestern trafen sich alle Beteiligten zu einem Ortstermin. Im Vorfeld hatten die Aktiven des Bürgerstammtischs einen Spender für Hundekotbeutel organisiert, der bereits aufgestellt wurde. Das passende „Mach mit – mach’s weg“-Schild steuerte die Stadt Werdohl bei. „Wir helfen hier gerne“, betont Manfred Hoh, Sprecher des Bürgerstammtischs. „Es ist der zehnte Spender, den wir mit der Hilfe von Sponsoren in Werdohl aufstellen konnten“, berichtet Hoh – und bedankt sich nochmals bei allen Geldgebern. Immerhin schlägt eine Spende mit 110 Euro zu Buche. Hinzu kommen die Beutel, die regelmäßig aufgefüllt werden müssen. Kürzlich habe der Bürgerstammtisch 120 000 Beutel bestellt. „Die reichen für circa 15 Monate“, berichtet Hoh.

Natürlich sei es gut, wenn viele Hundehalter sich aus den Spendern bedienen würden – besonders auch am neu aufgestellten. „Wir möchten nicht, dass die Kinder Hunde als lästige Tiere kennen lernen, die Dreck machen,“ betont Karina Wionsek. Eindringlich appelliert sie an die Hundehalter, die in der Nähe der Kita und im Wald oberhalb der Einrichtung mit ihren Vierbeinern spazierengehen: „Bitte nutzen sie den Spender.“

Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel hat beobachtet, dass sich die Situation im Umkreis der bereits aufgestellten Beutelspender verbessert hat. Auch sie setzt jetzt auf die Vernunft der Hundehalter. Uneinsichtige Zeitgenossen müssen zudem mit einem Bußgeld rechnen, dass zwischen 15 und 35 Euro betragen kann.

Von Carla Witt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare