Neue Predigerin beim Gemeinschaftsverband

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Petra Müller hat ein offenes, freundliches Wesen. Das wurde deutlich bei ihrer Amt-Einführung am gestrigen Sonntag. Zahlreiche Geschenke – wie Blumensträuße – wurden ihr überreicht.

Werdohl - „Wir freuen uns irre riesig, dass Du da bist“, sagte Regina Reininghaus an Petra Müller gerichtet. Und damit sprach sie wohl allen Anwesenden aus dem Herzen. Das zeigte der Applaus, der folgte.

Müller ist die neue Predigerin für den Bezirk Mitte des Sauerländischen Gemeinschaftsverbandes. Am Sonntag wurde sie in ihr Amt im voll besetzten Gemeindesaal der Christuskirche eingeführt. Zum Bezirk Mitte gehören die Gemeinschaften Werdohl, Neuenrade, Eveking und Iserlohn.

Zur Amtseinführung waren zahlreiche Ehrengäste gekommen. Neben den Bürgermeistern Silvia Voßloh und Antonius Wiesemann aus Neuenrade, den Pfarrern Martin Buschhaus aus Werdohl und Dieter Kuhlo-Schöneberg aus Neuenrade, gehörten auch Freunde der neuen Predigerin dazu, die aus der Nähe von Stuttgart eigens angereist waren.

„Aus dem Schwäbischen hart an die Packeis-Grenze“ habe es Müller verschlagen, sagte Buschhaus bei seinem Grußwort. Gleichwohl wünschte er ihr ein „gutes Einleben“.

Die Predigerin griff diese Wortwahl auf. Nachdem sie zunächst allen Anwesenden das „Du“ angeboten hatte, begann sie ihre Premieren-Predigt mit den Worten: „Ran ans Packeis.“ Bereits als Kind, berichtete sie dann, sei sie mit dem Lesen der Bibel groß geworden.

Müller stammt aus Rheinland-Pfalz und wohnt bereits seit drei Wochen in Neuenrade an der Zweiten Straße, was Bürgermeister Wiesemann ganz besonders freute. Die Predigerin hat berichtet, sie habe schon viel Zeit genutzt, um das Sauerland auf Wanderungen zu erkunden.

Dann packte sie aus einem Korb Wein, Trauben und Rosinen aufs Rednerpult. Als Jugendliche, so erklärte sie, habe sie Geld bei der Weinlese verdient. Weiter verriet sie: Ihr Vater war Maurer. Zudem habe sie drei Brüder.

Ihrer Überzeugung nach, sei es zunächst wichtig „bei Jesus zu sein – und weniger, etwas für ihn zu machen“. Die Gemeinschaft stehe im Vordergrund „und dann leben wir einfach mal richtig drauf los“. Übertragen hieße dies: Das Sein sei mehr entscheidend als die Leistung, der Beruf, die Arbeit.

Bürgermeisterin Voßloh zeigte sich sicher: „Von Ihren Erfahrungen und Erkenntnissen können wir alle hier profitieren.“

Mit, so Esther Langwald, „den bildgewaltigen, epischen Worten“ des Liedes „Sauerland“ der Rockgruppe Zoff wurde der neuen Predigerin dann vermittelt, „wie der Sauerländer so tickt“. Würstchen, Regenschirm, Sauerland-Krimi, ein Spiel, Blumensträuße, Erläuterungen sauerländer Redewendungen sowie eine Wanderkarte wurden ihr als Begrüßungsgeschenke überreicht. Alfred Trelenberg lud Müller sogleich für den kommenden Sonntag nach Iserlohn ein, weil die dortige Gemeinschaft dann ihr 90-jähriges Bestehen feiere.

Die offizielle Verpflichtung Müllers übernahm zuvor Michael Stahl. Er betonte, dass es die Begabung und Leidenschaft der Predigerin sei, „den Menschen zu sehen“. Er verpflichtete Müller „gemäß der Bibel und den evangelischen Erkenntnissen“.

Heinz-Werner Lennig wünschte ihr dann bei seinen Segensworten: „Verlass Dich auf den Herren mit ganzem herzen und verlass Dich nicht auf Deinen Verstand.“

Von Michael Koll

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