Raymanns Farbenfrohe Aquarelle in der Gaststätte „Bei Ata"

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Hobbymaler Hans Raymann erklärt Wirtin Katharina Kurz, warum sein Bild „Bäume (nach Nolde)“ heißtund warum Emil Nolde einer seiner Lieblingsmaler sei. -

WERDOHL - Die Gäste flanieren durch die Räume, betrachten die Gemälde an den Wänden, nicken anerkennend. Eine Frau sagt: „Das ist schön, also wirklich. Das würde ich mir sogar gerne zuhause aufhängen.“ Hans Raymann, der Künstler, der diese zehn Werke schuf, steht am Rande. Schweigend genießend nimmt er das Wohlwollen der Kneipenbesucher zu Kenntnis.

Seit sieben Tagen hängen die farbenfrohen Aquarelle, die teils um Tuschezeichnungen ergänzt sind, in der Gaststätte „Bei Ata“. Raymann erklärt: „Aquarelle sind ja meist von den Farben her zart.“ Doch das liege ihm persönlich nicht: „Ich lege Wert auf kräftige Farben.“

Raymann hat immer schon gerne gemalt – nur nie genug Zeit dafür gehabt. Er wurde 1937 in Duisburg geboren und zog 1975 nach Plettenberg. Dort arbeitete der gelernte Chemie-Ingenieur im Qualitätswesen. Mitte der 90er-Jahre aber kam seine Pensionierung und somit für ihn die Gelegenheit, zwei Leidenschaften, die er in seiner Brust trug, zu intensivieren.

Zum einen reist Raymann seither vermehrt quer durch Europa. Von diesen Urlauben bringt er zahlreiche Fotos mit. Diese dienen ihm als Inspiration für seine Bilder. In den zurückliegenden 18 Jahren sind so „zwischen 300 und 400“ Bilder entstanden – nicht nur Aquarelle, auch mit der Acryltechnik arbeitet der Hobbymaler zuweilen.

„Die besten Bilder“, so befindet der Künstler, „kommen rein aus dem Bauch.“ Die habe er dann in einer halben Stunde fertig. „Wenn ich ein Bild besonders gut machen will, dann kann ich es auch gleich vergessen. Dann male ich zu viele Details.“ Auf diese verzichtet Raymann bei seinen Motiven zumeist bewusst.

Landschaftsmalerei stellt er in der Werdohler Gaststätte aus. Nur ein Bild weicht davon ab: „Thekengespräch“ hängt genau da, wo es dem Namen nach hingehört. Das einzige Bild in seiner aktuellen Auswahl, welches eine Szene mit Menschen zeigt.

Noch zwei Monate etwa werden die Gemälde des Plettenbergers in Werdohl zu sehen sein. Wirtin Katharina Kurz erklärt: „Das ist der Auftakt einer Veranstaltungsserie. Wir möchten alle zwei, zweieinhalb Monate einem anderen Künstler die Gelegenheit geben, sich bei uns zu präsentieren.“ Ausdrücklich seien auch junge Maler aufgefordert, sich zu melden – auch solche, die zuvor etwa noch nie ausgestellt haben.

Das ist bei Raymann anders: Er stellte bereits von Fürth bis Oer-Erkenschwick aus. Im Sportkrankenhaus Lüdenscheid zeigte er sogar 2003 zeitgleich 70 seiner Bilder. Und in Altena gewann der Hobbymaler 2008 und 2010 den Hobbit-Wettbewerb, worauf der Künstler besonders stolz ist.

Auftragsarbeiten erledigt Raymann nie. „Dann bin ich ja zu etwas gezwungen, darunter leidet die Qualität.“ Malen ist und bleibt für ihn Hobby „und Entspannung“. Zwar könnten seine Bilder erworben werden, „aber wirklich verkauft habe ich in den vergangenen 20 Jahren nur sehr wenige Bilder.“ Auf den Tischen liegt die Preisliste aus: Mit Rahmen kosten die kleinformatigen Werke zwischen 110 und 140 Euro.

Von Michael Koll

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