Hannah Wirth will unbedingt in Werdohl weitermachen

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Die 30-jährige Hannah Wirth betreut seit zwei Jahren Grundschüler. Die Sozialarbeiterin ist dabei stets sehr engagiert.

WERDOHL -  In zwei Wochen läuft der Arbeitsvertrag von Schulsozialarbeiterin Hannah Wirth mit der Stadt Werdohl aus. Ihre Arbeit an den Werdohler Grundschulen kann die 30-Jährige dennoch fortsetzen: Ab dem 1. August ist der Förderverein der katholischen Grundschule ihr Arbeitgeber.

Finanziert wird die Stelle der Schulsozialarbeiterin aber nach wie vor aus den Mitteln, die für diesen Zweck aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes zur Verfügung stehen. Der Wechsel des Arbeitgebers sei aus arbeitsrechtlichen Gründen erforderlich gewesen, berichtet Wirth, die ihrer Arbeit in Werdohl jetzt seit zwei Jahren nachgeht. „Die Stadt Werdohl hätte mich fest einstellen müssen. Eine Verlängerung des Vertrages mit einer weiteren Befristung war nicht möglich.“

Schon vor einer ganzen Weile habe sie sich mit allen Beteiligten zusammengesetzt, um zu überlegen, wie es nach dem 31. Juli weitergehen kann. Natürlich freut sich die engagierte Frau, dass sie ihre Arbeit fortsetzen kann – zumindest bis zum Jahresende. Denn ob Wirth den Werdohler Grundschülern auch darüber hinaus als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht, ist alles andere als sicher: Das Projekt auf Bundesebene läuft aus.

„In Nordrhein-Westfalen sind im Zusammenhang mit dem Bildungs- und Teilhabepaket knapp 1500 Schulsozialarbeiter eingestellt worden. Natürlich sagt das Land jetzt: ,Die können wir nicht alle übernehmen’“, stellt Wirth fest. Dass die finanziell stark gebeutelte Stadt Werdohl Mittel bereit stellen kann, um die Stelle zu erhalten, ist eher unwahrscheinlich.

Allerdings suche man nach Mitteln und Wegen, um die Schulsozialarbeit an den Werdohler Grundschulen auch 2015 fortzusetzen. „Wir sind an verschiedenen Ecken dran“, erklärt Fachbereichsleiter Michael Grabs. Details wollte er im Gespräch mit unserer Zeitung nicht nennen. „Dazu ist es noch zu früh“, sagt Grabs, verweist aber auf den Lüdenscheider Bürgermeister Dieter Dzewas.

Letzterer hatte sich jetzt in einem Brief an NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gewandt und darauf gedrängt, aus arbeitsmarktlichen und gesellschaftspolitischen Gründen den Fortbestand der Schulsozialarbeit zu sichern.

„Sobald es die gesetzliche Möglichkeit gibt, werden wir das Arbeitsverhältnis von Frau Wirth übernehmen“, betont Grabs. Die Schulsozialarbeiterin hofft nun darauf, dass die Gespräche mit der Verwaltung ein positives Ende finden. „Ich will unbedingt weitermachen. Wenn mir die Arbeit nicht so sehr gefallen würde, würde ich mich nicht so reinhängen“, stellt die 30-Jährige fest.

Unstrittig ist, dass sowohl die Verwaltung, als auch die Grundschulleiter und Lehrer um die Bedeutung der Schulsozialarbeit wissen. „Es steht außer Frage, dass die Stelle gebraucht wird“, bilanziert Wirth, die pro Woche jeweils einen Tag an jedem der vier Grundschulstandorten präsent ist.

Ihre jeweilige Tätigkeit passe sie dabei an die Befürnisse von Schülern, Eltern und Lehrern an. Die 30-Jährige ist Ansprechpartner und „Kummerkasten“ für alle Seiten, hilft Eltern nach wie vor bei der Antragstellung im Zusammenhang mit dem Bildungs- und Teilhabepaket, organisiert und leitet Projektangebote in den Klassen und leistet Netzwerkarbeit.

„Den Donnerstag gestalte ich flexibel und arbeite meist zunächst in meinem Büro in der Grundschule Kleinhammer“, erzählt Wirth. Dort erledigt die 30-Jährige nicht nur Verwaltungsarbeiten, sondern führt beispielsweise in Ruhe Elterngespräche – sofern kein „Notruf“ kommt: „Wenn ich gebraucht werde, fahre ich natürlich auch kurzfristig in eine der Schulen. Dazu bin ich schließlich da.“

Von Carla Witt

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