Hanna Armbrecht feiert ihren 90. Geburtstag

Hanna Armbrecht fühlt sich seit Jahren wohl in der Stadt und freut sich, dass sie viele Angehörige um sich hat.

WERDOHL ▪ Von Schlesien über Berlin nach Werdohl – Hanna Armbrecht, die heute ihren 90. Geburtstag feiert, kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken.

Geboren wurde sie in einem kleinen Ort bei Breslau. Sie wuchs mit ihrem Zwillingsbruder und drei Geschwistern – darunter ein weiteres Zwillingspärchen – sehr behütet auf. Die Jubilarin erinnert sich gerne an die Zeit zurück. Ihr Vater, ein Bauunternehmer, brachte ihr früh das Schreibmaschineschreiben bei – die Grundlage für ihren späteren Beruf. Nach der Schule zog es die junge Frau 1939 nach Berlin, wo auch schon ihre Schwester wegen der besseren Arbeitsmöglichkeiten wohnte. In Großbeeren fand sie eine Anstellung im Büro einer Gutsverwaltung.

Einige Jahre später begegnete ihr bei einer Zugreise ein junger Soldat, der ihr – ganz Kavalier alter Schule – beim Koffertragen half. Die beiden verliebten sich ineinander; 1944 heirateten sie in Werdohl. Ernst Armbrecht stammte ursprünglich aus dem Ort. Auf diese Weise wurde Werdohl zur neuen Heimat von Hanna Armbrecht. Da ihr Mann kurz darauf wieder an die Front musste, lebte sie zunächst bei dessen Eltern. Ende 1945 kehrte Ernst Armbrecht zurück. Im Laufe der Zeit bekam das Paar drei Kinder, die heute im Alter zwischen 60 bis 67 Jahre alt sind.

Viele Verwandte und Freunde der 90-Jährigen hatten unter den Folgen des Kriegs zu leiden und wurden aus Schlesien vertrieben. Ein Großteil von ihnen fand Zuflucht in Werdohl. Einige von ihnen wohnen immer noch in der Stadt oder in der Umgebung, was Hanna Armbrecht sehr glücklich stimmt.

1983 starb Ernst Armbrecht. Doch seine Frau lebt seitdem nicht allein in dem Haus an der Neuenrader Straße, dass das Paar kurz nach der Ankunft in Werdohl bezog. Mittlerweile ist sie ins Untergeschoss gezogen. Ihr ältester Sohn und seine Frau leben im restlichen Teil und kümmern sich um sie.

Hanna Armbrechts Leben war und ist geprägt vom Glauben, sie geht noch regelmäßig in den Gottesdienst der evangelischen Kirche. Morgens holt sie nach dem Aufstehen erst einmal die neueste Ausgabe des Süderländer Volksfreunds aus dem Briefkasten. Das Zeitungslesen gehört ebenso zum täglichen Ritual wie der Gang in den Garten. „Ich habe immer Glück gehabt – bei allem“, verrät die sympathische Frau, was ihrer Meinung nach das Geheimnis ihres langen Lebens ist. ▪ Von Andrea Mackenbruck

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