Ab Ostern möglich

Handyparken in Werdohl: So funktioniert's

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Ab März oder April kommenden Jahres wird in Werdohl auch das sogenannte Handyparken möglich sein. Mithilfe einer frei wählbaren App auf dem Handy bucht man sich auf einen Parkplatz ein und minutengenau wieder aus.

Werdohl – Was in allen deutschen Großstädten wie Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und Dortmund üblich ist, wird ab Ostern 2020 auch in Werdohl angeboten.

Die Möglichkeit, die Parkzeit in der Stadt auf die Minute genau mit dem Handy zu bezahlen. Die Stadt will mit der Hamburger Digital-Initiative Smartparking-Plattform e. V. einen zweijährigen Vertrag abschließen. 

Die Initiative wird vom früheren Hamburger Bürgermeister Ole von Beust geleitet und ist kein Unternehmen. Die Plattform bündelt lediglich die größten Anbieter von Abrechnungsmodellen für das Parken und Bezahlen per Handy, sei es per App, per SMS oder per Anruf. Die Unternehmen ParkNow, Yellobrick, Sunhill Technologies, EasyPark, Stadtraum und Parkster bieten auf der Plattform ihre Dienste an. 110 Städte und Gemeinden in Deutschland haben mit der Smartparking-Plattform Verträge abgeschlossen. Die nächste Stadt ist Menden im Märkischen Kreis, Hagen und Siegen gehören auch zum Smartparking-Verein. 

Vertrag ist für Kommune kostenfrei

Der Vertrag mit der Plattform ist für die Kommune kostenfrei, sie belastet also den städtischen Haushalt nicht. Aus Sicht der Verwaltung ist die Vereinbarung mit dem Hamburger Verein besonders praktisch, weil das übliche, aufwendige Ausschreibungsverfahren nicht nötig ist. Jeder auf dem deutschen Markt zertifizierte Anbieter könne auf der Plattform seine Dienstleistungen anbieten. 

Der Werdohler Nutzer ist frei in der Wahl einer Park-App. Wer bereits mit einer solchen App in anderen Städten parkt und zahlt, braucht keine zusätzliche App herunterzuladen. Weiterhin können die Parkscheinautomaten genutzt werden, niemand ist gezwungen, sich über die App als Parker zu registrieren. 

Servicegebühr für App-Anbieter

Aus Sicht der Verwaltung bietet Handyparken eine Menge Vorteile: Es ist kein Kleingeld nötig; niemand muss den nächsten Parkscheinautomaten suchen sowie dorthin und zurück gehen; die Parkzeit kann auf den konkreten Bedarf angepasst werden; gewerbliche Nutzer haben über die App eine Kostenübersicht und bekommen einen Nachweis für die steuerliche Abwicklung. 

Das Handy-Parken ist nicht umsonst: Über die Parkgebühren hinaus ist für den Anbieter der App-Services ein Dienstleistungsentgelt fällig. Je nach gewähltem Tarif wird pro Parkvorgang oder über eine Abo-Variante bezahlt. Die Preise für die auf der Smartparking-Plattform vertretenen Anbieter variieren: Zwischen 10 und 15 Prozent der Parkgebühr werden als Serviceentgelt eingehalten, meist sind diese Gebühren bei 15 bis 25 Cent pro Parkvorgang angesiedelt. Es werden auch Parken-Flatrates angeboten, für 50 Cent pro Woche können unbegrenzt Parkvorgänge ausgelöst werden. Es empfiehlt sich, die Angebote der auf der Smartparking-Plattform gelisteten Betreiber zu vergleichen. Es gibt eine Vielzahl von Abrechnungsmodellen und Tarifen. Manche Apps sind anmeldefrei, für die meisten muss man sich registrieren lassen. 

System kann verwirrend sein

Die Unternehmen bieten Apps an, die nicht unbedingt so wie das Unternehmen heißen. Die beliebte Smart-Parking-App „travipay“ von Sunhill Technologies zum Beispiel wurde in Deutschland erst vor Monaten in „PayByPhone“ umbenannt. Für Autofahrer, die in verschiedenen Städten unterwegs sind, kann das System verwirrend sein. In Städten wie Nürnberg, Düsseldorf, Kassel oder Magdeburg gibt es nur einen App-Anbieter, in Berlin, Köln und Hamburg jedoch bis zu fünf verschiedene. Manche Städte haben eigenständige App-Lösungen nur für ihre Stadt. 

Richtig interessant wird Handyparken in der Zukunft, wenn die Apps in der Lage sein werden, freie Parkplätze in der App anzuzeigen und direkt dorthin zu lotsen. Dann wird viel Park-Such-Verkehr entfallen.

Der Rat entscheidet über das Handyparken am Montag, 16. Dezember, in öffentlicher Sitzung ab 17 Uhr im Ratssaal.

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