Parkgebühren digital bezahlen

Handyparken in Werdohl: Acht Apps im Test

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Auf zahlreichen Parkflächen in Werdohl ist das neue Bezahlsystem über Smartphone-App verfügbar.

Werdohl – Parkscheinautomat ohne Bargeld füttern? Wie schon in vielen anderen Städten ist das seit dem 1. Juni auch in Werdohl kein Problem mehr. Seit gut vier Wochen kann man ganz einfach mit dem Smartphone bezahlen.

Acht verschiedene Apps stehen dafür zur Verfügung. Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Eine grundsätzliche Voraussetzung stimmt aber: Im D-Netz der Telekom, mit dem das Testhandy surft, gibt es in allen Parkzonen LTE, also eine sehr gute mobile Internetverbindung. 

Parco nicht verfügbar 

Die erste getestete App trägt den Namen Parco. Um sie an ihre Grenze zu bringen, braucht es nur drei Klicks auf den Touchscreen. Denn nach dem Genehmigen der Standortabfrage und Akzeptieren der allgemeinen Geschäftsbedingungen, soll man aus einer Liste seine Stadt auswählen. So weit, so einfach – allerdings ist Werdohl dort gar nicht aufgeführt. Und das, obwohl das Internetportal www.smartparking.de, in dem die Verfügbarkeit der Apps angezeigt wird, und ein Aufkleber an den städtischen Parkuhren deutlich zeigen, dass Parco in Werdohl funktionieren soll. Fehlanzeige! 

Funktionale App 

Mobilet heißt eine der anderen Apps. Sie funktioniert zwar grundsätzlich gut und ist übersichtlich gestaltet, einen Schönheitspreis gewinnt sie für ihr Layout aber keineswegs. Positiv ist dagegen die Zahlungsweise: Man kann die App mit Guthaben bestücken, statt jeden noch so kleinen Betrag einzeln über eine Kreditkarte oder einen PayPal-Account abbuchen zu lassen. 

Übersichtliche Karten 

Was die Apps Parkster, EasyPark, Park&Joy, Park Now und PayByPhone gemeinsam haben, ist eine ansprechende grafische Aufmachung. Alle Smartphoneanwendungen greifen auf Karten der Städte zurück und zeigen darauf den aktuellen Standort an, sofern man die Ortungsdienste aktiviert hat. Farbig hinterlegt sind die verschiedenen Parkzonen, sodass man auch sehr einfach sehen kann, welcher Parkplatz der nächstgelegene ist. 

Acht Apps sollen in Werdohl für das Bezahlen der Parktickets funktionieren: Parco, Parkster, Mobilet, EasyPark, Yellowbrick, Park&Joy, Park Now und PayByPhone. Auch am Goetheparkplatz sind die Dienste verfügbar. Nicht alle Apps funktionieren gleich; jede hat ihre Vor- und Nachteile.

Für jeden, der nicht ortskundig ist, dürfte auch interessant sein: Man kann sich zu den verschiedenen Parkzonen navigieren lassen – jedenfalls mit dem Test-iPhone klappt das einfach und zuverlässig. Nicht in allen Apps funktioniert die Anzeige der Parkflächen ganz einfach. Ausgerechnet bei EasyPark (zu deutsch: einfach Parken) muss man sich erst einmal mit der Bedienung zurecht finden. 

Ein blauer Punkt zeigt bei EasyPark an, wo man sich gerade befindet. Ein pinker Punkt muss über die Karte in die verschiedenen Parkzonen bewegt werden, um eine Parkzeit-Buchung zu starten. Die Parkzonen werden aber nicht angezeigt, folglich muss man den Standort erratens, wenn man nicht ortskundig ist. Alternativ kann man den Nummerncode der Parkzonen eintippen: 589 100. Dieser Code ist in allen Apps gleich. 

Daten und Anmeldung 

Das Anmelden geht in allen Apps recht einfach vonstatten. Mal muss man sein Kennzeichen eintippen, mal seine Kontaktdaten, mal beides. In den meisten Anwendungen muss die Zahlweise nicht von vornherein angeben werden. Die Entscheidung kann der Autofahrer später treffen, wenn er wirklich parken möchte. Nur Yellowbrick möchte schon bei der Registrierung wissen, wie man künftig seine Parkkosten begleicht. Die Zahlweisen variieren zwischen den Apps. Meistens kreist man aber um PayPal, Kreditkarte und Sepa-Lastschrift. Manche Apps bieten auch an, die Kosten auf den Handyvertrag umzulegen, sodass entweder von der Prepaid-Karte Guthaben abgebucht wird, oder die Kostenstellen auf der Monatsabrechnung des Telefonanbieters stehen. 

Die Resonanz 

Wie viele Autofahrer im ersten Monat das neue Parkangebot wahrgenommen haben, konnte Werdohls Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel bisher noch nicht beziffern. Jeder der acht App-Betreiber sende eine monatliche Übersicht der Buchungen an die Verwaltung, erklärte sie. Diese Übersichten seien für den Juni aber noch nicht eingetroffen. Mehraufwand für das Ordnungsamt bedeute das System laut Mentzel nicht. Ein Mitarbeiter, der bei seiner Runde durch die Stadt ein Auto ohne Papier-Parkschein finde und damit beginne ein „Knöllchen“ zu schreiben, werde in seinem System sofort darauf hingewiesen, wenn für das Kennzeichen ein digitaler Parkschein vorliegt – der Strafzettel dementsprechend nicht rechtmäßig ausgestellt würde. 

Erinnerungen 

Praktisch ist bei den meisten der Parkapps: Man kann sich eine Mitteilung senden lassen, wenn die Parkzeit vor dem Ablaufen steht – und von unterwegs nachbuchen, ohne zurück zum Auto laufen zu müssen. Beispielsweise die App Parkster reagiert auch auf aktuelle Ereignisse in der Stadt. Sie zeigte am ersten Juli-Wochenende an, dass das Parken wegen des Schützenfestes, das normalerweise stattgefunden hätte, kostenlos gewesen wäre.

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