Hand in Hand für eine bessere Bildung

Zur Begrüßung wurde für die Werdohler getanzt.

WERDOHL ▪ „Fremde sind Freunde, die wir noch nicht getroffen haben.“, unter dieses Motto stellte Marina Oppermann, Schulleiterin der Khorab-secondary-school in Otavi, den Besuch von Sven Stocks und Meike Hille. Die beiden Lehrer der Albert-Einstein-Gesamtschule reisten vor kurzem nach Namibia und besuchten dort eine weiterführende Schule. 400 Schüler lernen dort unter ärmlichen Bedingungen Lesen, Schreiben und Rechnen.

Für die Werdohler Lehrer sei es kaum vorstellbar gewesen, wie unter solch ärmlichen Bedingungen, unterrichtet werden könne. Otavi ist ein kleine Stadt im Norden Namibias, in der Nähe des Etosha-Nationalparks gelegen. In der Kleinstadt leben 10 000 Einwohner, fast ausschließlich Dunkelhäutige. Die Arbeitslosigkeit beträgt 54 Prozent. Es gibt im Ort außer der Schule einen Supermarkt, eine Tankstelle, ein Hotel und zwei Restaurants. Die meisten Einwohner leben in Wellblechhütten, den so genannten „shags“. Der Besuch solcher Wohnungen, in denen auch die Mehrzahl der Schüler der Khorab-school lebt, und die Umstände der Lehr- und Unterrichtsbedingungen seien „ernüchternd“ für die Werdohler Lehrkräfte gewesen.

Doch trotz der bescheidenen Lebensverhältnisse hätten die Lehrer eine Offenheit und Gastfreundschaft erfahren, die ihresgleichen sucht. Der Empfang, der ihnen bereitet wurde, sei überwältigend gewesen: „Schüler und Lehrer in den traditionellen Trachten ihrer Volksgruppen sangen und tanzten voller Lebensfreude während der allmorgendlichen Versammlung und banden die Gäste schnell in ihr Schulprogramm ein“, berichtete Schulleiter Heinz Rohe. Zudem seien in einem Besuchsprogramm die Geschichte der Region und ihre wirtschaftliche Entwicklung vorgestellt worden. So besuchte die Gruppe die ortsansässige Maismehlfabrik, ein Zementwerk und eine Biltong-Metzgerei.

„Während des Besuchs wurde ein Partnerschaftsvertrag zwischen den beiden Schulen ausgearbeitet, der die Kommunikation und den mittelfristigen Austausch von Projekten einzelner Fachgruppen zwischen den beiden Schulen regelt und das langfristige Ziel verfolgt, einen Schüler- und Lehreraustausch zu initiieren“, berichtete Rohe weiter.

Bewundernswert fanden die Gäste, dass trotz der Armut und den daraus resultierenden Lebens- und Arbeitsbedingungen Lehrer und Schüler es schaffen eine positive Atmosphäre in ihrer Schule zu kreieren, die auch das Motto der Schule „arbeiten und gewinnen“ widerspiegeln würde. Doch Hilfe sei nötig, davon konnten sich die Besucher im Unterricht, in den vielfältigen Gesprächen mit Schülern, Pädagogen und Anwohnern sowie bei den Besuchen der Umgebung überzeugen. „Khorab-secondary-school und Otavi sind vergessene Plätze“, kommentierte die Schulleiterin die Lebens- und Arbeitsbedingungen ihrer Schüler und Kollegen.

„Uns ist bewusst, dass diese Partnerschaft neben dem Austausch von Informationen auch eine materielle Unterstützung beispielsweise in Form von Sachspenden und gebrauchtem Schulmaterial erfordert“, so Heinz Rohe. Der kulturelle Austausch sei zudem eine Bereicherung für die Schulgemeinschaft, davon ist der Schulleiter der Gesamtschule überzeugt: „Lasst und arbeiten und zusammen gewinnen!“

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