Veranstaltung kommt nicht zustande

Hanau-Mahnwache ein Reinfall

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In Hanau selbst wurde der Opfer gedacht.

[UPDATE] Werdohl – Eine sehr kurzfristig für Dienstagabend angekündigte Mahnwache für die Terroropfer des Anschlags von Hanau auf dem Brüninghaus-Platz hat sich als Reinfall erwiesen.

Außer dem Werdohler Reinhard Müller und einer Begleiterin hatte sich keiner der Organisatoren eingefunden. Matthias Boncek, laut Müller einer der Mitorganisatoren, habe keine Zeit gehabt, hieß es.* 

Ob sich Müller und seine Begleiterin als Teilnehmer der Mahnwache zu erkennen gegeben haben, muss offen bleiben. Zumindest die beiden SPD-Ratsmitglieder Jana Gester und Ali Akdeniz waren gekommen, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Nach den Organisatoren hätten sie aber vergeblich Ausschau gehalten. Ebenso sei es zwei weiteren Personen ergangen, die dann wieder gegangen seien, berichteten die beiden Kommunalpolitiker. 

Öffentliche Einladungen hatte es nicht gegeben

Die Idee zu einer Mahnwache unter dem Motto „Hanau ist überall, gegen Hass und Gewalt“ sei sehr spontan entstanden und ganz kurzfristig umgesetzt worden, sagte Müller. Öffentliche Einladungen zu dieser Demo hatte es nicht gegeben, lediglich in einer geschlossenen Facebook-Gruppe soll es einen Hinweis gegeben haben. 

Er wolle die Lehren aus dieser misslungenen Mahnwache ziehen, sagte Müller. „Wir wollen einen neuen Versuch unternehmen, dann aber vorher auch verschiedene Werdohler Vereine und Gruppen ansprechen“, erklärte er, dass er einen zweiten Anlauf unternehmen wolle, um auf die Opfer von Hanau aufmerksam zu machen. In der hessischen Stadt hatte am vergangenen Mittwoch ein Attentäter in zwei Shisha-Bars neun Menschen erschossen und anschließend seine Mutter und sich selbst umgebracht.

* Matthias Boncek hat eine Beteiligung an der für den vergangenen Dienstag geplanten Mahnwache für die Terroropfer von Hanau dementiert. „Davon habe ich nichts gewusst“, sagte er im Gespräch mit der Redaktion. Anders hatte das zuvor der Mahnwachen-Initiator Reinhard Müller dargestellt, der Boncek als Mitorganisator angegeben hatte, der sogar für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sein sollte. Mittlerweile ist auch Müller zurückgerudert: „Hiermit stelle ich fest, dass Herr Boncek zu keinem Zeitpunkt über die bevorstehende Mahnwache informiert war, da eine Kommunikation aus zeitlichen und technischen Gründen nicht zustande gekommen ist“, teilte er am Donnerstag per E-Mail mit. Ganz offensichtlich ist diese Richtigstellung auch auf Betreiben von Mathias Boncek zustande gekommen.

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